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"Der Bulle von Tölz": Otti Fischer hat Parkinson

Es wurde schon lange gemunkelt, jetzt hat er sich selbst zu seiner Krankheit bekannt: Der bayerische Schauspieler Ottfried Fischer, bekannt aus "Der Bulle von Tölz", leidet an Parkinson. Trotzdem will er weiterhin im Fernsehen auftreten.

Gerüchte um Ottfried Fischer gab es schon länger. Am Freitag hat sich der Kabarettist und Schauspieler ("Der Bulle von Tölz") zu seiner Krankheit bekannt: "Um bereits vorhandene Spekulationen zu beenden, teile ich auf diesem Wege mit, dass ich an 'Morbus Parkinson' erkrankt bin", informierte der 54-Jährige die Deutsche Presse-Agentur dpa in München. "Nur so kann ich den Kräfte zehrenden und belastenden Druck durch die Angst vor ihrer möglichen Entdeckung beenden." Unterkriegen lassen will er sich von der Schüttellähmung - so der Volksmund - aber auf keinen Fall. Er werde seiner Arbeit weiter treu bleiben.

Und so feilt Fischer schon wieder an einem neuen Kabarettprogramm - sogar der Premierentermin steht schon fest. "Meine langjährigen Partner auf Produzenten- und Senderseite werden Wege und Möglichkeiten finden, mit mir weiter, wenn auch unter reduzierter Schlagzahl, zu arbeiten", ist sich Fischer sicher. "Ich werde also für mein Publikum, welches mir jahrelang die Treue gehalten hat, in Dankbarkeit weiterhin präsent sein." Das Bayerische Fernsehen, in dem einmal im Monat die Kabarettsendung "Ottis Schlachthof" läuft, ließ keinen Zweifel an der weiteren Zusammenarbeit. "Wir machen weiter mit Otti", sagte Pressesprecher Rudi Küffner.

Seine ersten Schritte als Schauspieler und Kabarettist machte Fischer im Münchner Hinterhoftheater. Auch bei den Salzburger Festspielen und am Münchner Volkstheater trat er auf. Als Kommissar Benno Berghammer ermittelt er in der erfolgreichen Sat.1-Serie "Der Bulle von Tölz" an der Seite der Volksschauspielerin Ruth Drexel. In der ARD ist er immer wieder als "Pater Braun" zu sehen, und auch im Kinofilm "Schwere Jungs" von Marcus H. Rosenmüller hatte der schwergewichtige Schauspieler eine Rolle.

Seine Auftritte brachten Fischer zahlreiche Preise ein, darunter den Internationalen Kabarettpreis "Salzburger Stier", den Deutschen Kleinkunstpreis und den österreichischen Film- und Fernsehpreis. Die bayerische Polizei honorierte seine unermüdlichen Fernseh- Ermittlungen und verlieh ihm den Titel eines Ehrenkommissars.

Fischer will sich nicht weiter äußern

Aufgewachsen auf einem Einödhof im Bayerischen Wald lässt sich Fischer nicht einschüchtern von Politikern und anderen Obrigkeiten. Scharfzüngig kommentiert er das Weltgeschehen und macht sich damit vor allem in konservativen Kreisen nicht nur Freunde. In der Debatte um die Jugendgewalt riet er kürzlich in "Ottis Schlachthof" zum "Säuglingsstrafrecht": "Wenn das Kleine so süß im Bauch zappelt, dann ist das kein Babystrampeln, sondern Kickbox-Training." Und dem hessischen Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU) schlug er im Falle einer Wahlniederlage alternative Jobs vor als Themencoach von Eva Hermann, Exekutiv-Demagoge von Scientology oder Lagerleiter vom IKEA- Kinderparadies.

Privat steht Fischer, der mit Ehefrau und zwei Töchtern in München lebt, dagegen nicht so gerne in der Öffentlichkeit. Das Interesse der Medien an seiner Person zwinge ihn dazu, seine Krankheit öffentlich zu machen, teilte er mit. Er habe aber nicht vor, sich weiter öffentlich zu diesem Thema zu äußern. "Ich bitte die Damen und Herren von der Presse, auch aus Rücksicht auf meine Familie von weiteren Nachfragen abzusehen."

Cordula Dieckmann/DPA / DPA