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Abgewatscht - der Promi-Wochenrückblick: Von Lustgreisen und Tutti-Frutti-TV

Silvio Berlusconi macht eine 18-Jährige mit Karaoke-Einlagen wuschig. Eine Schönheits-OP zieht Costa Cordalis das Fett aus dem Po ins Gesicht. In der SPD könnten demnächst wieder Poolfotos anstehen, und Bum-Bum-Boris vermarktet demnächst den Gang aufs Klo.

Von Stefan Mielchen

Herzlich willkommen zu den internationalen Gockelwochen: Alte Männer und ihre süßen Früchtchen beherrschen die Schlagzeilen in diesen Tagen, in denen sich das Wort "Lustgreis" öffentlich leider kaum jemand auszusprechen traut. Während hierzulande reife Frauen erst nach Mitternacht die Glocken läuten lassen, präsentierte sich Italiens Cheffe Silvio Berlusconi, 72, in dieser Woche zur besten Sendezeit als Beichtvater. Die 18-jährige Noemi, deretwegen Berlusconis Gattin gerade eine respektable Scheidungsschlacht eröffnet hat, sei lediglich die Tochter eines Freundes - mehr nicht. Und weil dem guten Silvio so ziemlich alles gehört in Bella Italia, hat er im hauseigenen Tutti-Frutti-TV die Dinge auch gleich haarklein erklärt: Er sei ein braver und treusorgender Ehemann, seine Frau hingegen das Opfer linker Propaganda. Natürlich! Dass er seinem kleinen Rotzlöffel mitten im kalten Scheidungskrieg gleich pfundweise teuren Schmuck umhängen ließ und Noemi ihn liebevoll "Papi" nennt, ist sicherlich auch nichts als eine kommunistische Verschwörung.

Berlusconis Mündel gibt als Berufswunsch übrigens die grundsolide Ausbildung zum "Showgirl" an - da zumindest hat sie den Richtigen gefunden. Bei ihren Treffen sollen die beiden Turteltäubchen gerne Karaoke zusammen singen. Kleiner Tipp für die nächste Session: Roland Kaiser. Im Frühwerk seines umfangreichen Liebeslieder-Œuvres heißt es: "Zieh' dich nicht aus, Amore mio", und: "Der Knopf bleibt zu, gib endlich Ruh'".

Das möchte man auch seiner Aufgedunsenheit Costa Cordalis ans Herz legen, der mit 65 immer noch glaubt, Sohn Lukas in Sachen Sexyness übertrumpfen zu müssen. Der Schlagersänger gab jetzt zu Protokoll, mit seinem Arsch im Gesicht rumzulaufen: "Ich lasse mir am Hintern Fett absaugen und mit dem Eigenfett die Krähenfüße und die Labial-Falten aufspritzen", erklärte der Grieche, der seit vielen Jahren sein sauer verdientes Geld in die Klinik von Professor Mang trägt. Wozu eigentlich?

Wie grundsolide ist dagegen die SPD! Dort kann man auch jahrzehntelang den gleichen sauerländer Pottschnitt spazieren führen - zum dritten bis vierten Frühling reicht es immer noch. Während die Sozis im Umfragetief darben, schwebt Münte Müntefering mit seiner 40 Jahre jüngeren "engen Mitarbeiterin" Michelle Schumann neuerdings im siebten Himmel, wie die "Bunte" wortreich zu berichten weiß. Wahrscheinlich veröffentlicht das Fachblatt in seiner nächsten Ausgabe jetzt wieder Poolfotos eines amtierenden Parteivorsitzenden - damit haben sie bei der SPD ja beste Erfahrungen.

Sex am Telefon und Klamotten für die Tonne

Doch das Alter hat auch Vorteile. Man muss nicht mehr jeden Mist mitmachen. So wie Schauspielerin Kati Karrenbauer, die jetzt zugab, dass sie sich früher mit Telefonsex über Wasser halten musste. "Ich hab es als Job gesehen", sagt sie, ganz die Professionelle. Dank der tiefen Stimme wurde es allerdings eine kurze Karriere. Kein Wunder: Welcher Anrufer wird schon wuschig, wenn es am anderen Ende der Leitung heißt: "Frauenknast, Walter - was kann ich für sie tun?"

Apropos Jugendsünden: Nach der unrühmlichen Stalking-Attacke an einer Hamburger Tankstelle schreiben Tokio Hotel auch weiterhin negative Schlagzeilen: Sie kreieren jetzt eine neue Kollektion für H&M! Früher kam der Lumpensammler und entsorgte alles, was man nicht mehr tragen konnte, im Sack fürs Rote Kreuz. Heute liegt das Zeug auf dem Wühltisch und schon bald prügeln sich alle, die das Wort Zahnspange nicht mal buchstabieren können, in deutschen Fußgängerzonen um die Fetzen von Bill und Tom. So ändern sich die Zeiten.

Aber früher gingen Sportler ja auch einfach nur ihrem Sport nach und eröffneten anschließend eine Lottoannahmestelle. Heute fühlen sie sich zu Höherem berufen und belästigen auch über ihre Karriere hinaus die Öffentlichkeit. So wie Boris Becker: "Wenn sie wissen wollen, was in meinem Leben passiert, dann bleiben sie dran", quakt er in die Kamera seines neuen Online-Kanals, auf dem er in Kürze wahrscheinlich auch noch jeden Gang zum Klo vermarktet.

Wie aus Scheiße Gold wird

War sonst noch was? Na klar: Schlangendompteurin Annemarie Eilfeld beschwerte sich in dieser Woche, unfair aus dem DSDS-Knast entlassen und um ihren verdienten Sieg als Superstar gebracht worden zu sein. "Ich verlange, dass das Halbfinale wiederholt wird", zeterte die 19-Jährige in der "Bild"-Zeitung. Da könnte ja jeder kommen! Zwischenzeitlich tauchte schließlich schon das Siegeralbum mit dem Schwulipop von Daniel Schuhmacher im Handel auf - rein aus Versehen, wie alle Beteiligten versichern. Das ist ungefähr so glaubwürdig wie die Behauptung, beim Grand Prix gebe es keine Ostblockmafia.

Beim Eurovision Song Contest hat Dieter Bohlen übrigens keinerlei Ambitionen, was eigentlich schade ist. Denn wie man aus Scheiße Gold macht, weiß niemand besser als er. "Das wäre nix mehr für mich", betont Bohlen dennoch. Aber das hat Ralph Siegel vor Jahren auch schon behauptet: Nie mehr wolle er beim Schlagerzirkus antreten! In diesem Jahr ist er wieder dabei: Ein bisschen Frieden für Montenegro - offenbar haben die sich als einzige nicht ausreichend gewehrt.