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Abgewatscht - der satirische Wochenrückblick: Pooth geht unter die Provinzbullen

Der britische Hochadel räumt mal wieder ab auf der nach oben offenen Peinlichkeitsskandal, Lorielle London busselt mit Kretsche, Verona Pooth geht unter die Provinzbullen.

Von Stefan Mielchen

Sex and the City mal anders: Während Carrie Bradshaw und & Co. gerade rund um den Globus die Leinwände unsicher machen, versucht auch einer der größten anzunehmenden Botoxunfälle der westlichen Welt, seine Karriere wieder in Gang zu bringen - mit den Waffen einer Frau und der Hilfe moderner Chirurgie. Nicole Kidman verzieht schon seit längerem keine Miene mehr und kann sich mit ihrem eingefrorenen Lächeln mittlerweile selbst bei Madame Tussauds ausstellen. Was macht man also, um die Jungs trotzdem wieder nervös werden zu lassen? Na klar, man pimpt den eigenen Vorbau!

Bei einer 10.000-Dollar-Gala in Hongkong lief die Ex von Tom Cruise in dieser Woche kugelrunderneuert auf: Was da im Dekolleté kullerte, soll allen Gesetzen der Schwerkraft getrotzt haben. "Wenn man ein ganzes Leben lang einen androgynen Körper hatte, ist es ein schönes Gefühl, Brüste zu haben", sagte Kidman einem amerikanischen Frauenmagazin. Das hätte eine Transe wie Lorielle London auch nicht schöner ausdrücken können. Dazu passt das einzige attraktive Rollenangebot, das dem wandelnden Eisschrank derzeit vorliegt: Kidman soll den ersten Mann spielen, der sich einer Geschlechtsumwandlung unterzog.

Tipps von der Körperweltenausstellung auf zwei Beinen

Da ist besagte Lorielle schon einen Schritt weiter. Bei ihr ist der Final Cut zwar noch nicht vollzogen, doch als Renovierungsexpertin für Obergeschosse könnte sie Kidman immerhin entscheidende Tipps geben, wie man’s besser nicht macht. Die zweibeinige Körperweltenausstellung wurde von aufmerksamen "Bild"-Reportern vor wenigen Tagen dabei ertappt, wie sie sich im Hamburger Nobel Club Upper East Ex-Handballstar Stefan Kretzschmar an die Brust warf. Oder besser: ihre Brüste an ihn. "Nach ein paar Drinks gab’s zärtliche Küsse", berichtet das Blatt, und Lorielle flötete ganz professionell: "Stefan ist ein toller Typ, wir verstehen uns prächtig!" Ob Stefan das auch so sieht, oder ob dem Ex von Franzi van Almsick die Angelegenheit am Morgen danach nicht eher unendlich peinlich war, ist leider nicht überliefert.

Auf der nach oben offenen Peinlichkeitsskala hat auch der britische Hochadel in dieser Woche kräftig abgeräumt. Eigentlich war es bislang nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten vorbehalten, ihre knappe Zeit den Untertanen gegen Geld zur Verfügung zu stellen, um eine Audienz bei Hofe zu gewähren. Doch jetzt heißt es auch bei Fergie: Willkommen in Rüttgers Club! Die Ex-Gattin von Prinz Andrew ist derzeit klammer, als es NRW je sein kann, aber dreister als jeder Parteistratege. Für die Kleinigkeit von 500.000 Pfund soll sie einem Journalisten ein Gespräch mit ihrem verflossenen Mann angeboten haben. Der Reporter ging zum Schein darauf ein, filmte die Übergabe einer Anzahlung - und der Skandal war perfekt. Fergie, die ja gar nicht erst rot anlaufen muss, schämt sich nun in Grund und Boden. Die geschiedene Herzogin von York suchte sofort höheren Beistand: "Ich ging in die Kirche und sagte dem Priester, ich denke nicht, ich kann das länger ertragen." Etwas in der Art dürfte sich der Geistliche auch gedacht haben.

Popprinzessin will sich einfrieren lassen

Die gute Nachricht der Woche kommt wie alle guten Nachrichten aus Amerika: Popprinzessin Britney Spears will sich einfrieren lassen! Die schlechte Nachricht folgt allerdings auf dem Fuße: Brit plant diesen Schritt erst nach ihrem Ableben. Eigentlich wollte die Sängerin ihre Asche zu einem Diamanten pressen lassen. Doch um am Ende nicht noch als hässlicher Ring in einem Kaugummiautomaten zu landen, hat Madame sich nun eiskalt umentschieden. Ihr Vorbild ist dabei Walt Disney: Auch er hat sich ins Gefrierfach legen lassen, damit man ihn irgendwann wiederbeleben kann. Blöd nur: Frollein Spears glaubt tatsächlich, dass dies klappt. Britneys Vater muss als Vormund zwar noch zustimmen. Doch geschäftstüchtig wie der gute Jamie nun mal ist, dürfte er bereits an einem Werbedeal für seine missratene Tochter arbeiten: als Covergirl für den neuen Bofrost-Prospekt. Auch eine Kinokarriere wäre denkbar: Das Remake von "Eis am Stiel" soll bereits in Arbeit sein.

In Sachen Tiefkühlkost gibt es hierzulande nur eine ernst zu nehmende Expertin: Verona Pooth. Die Spinatwachtel ist nun als Schauspielerin ins Charakterfach gewechselt. Für eine Rolle in den "Rosenheim Cops" hat sich Verona sogar in den Rollstuhl gesetzt. Trotz Handicaps wird sie dort als Mörderin verdächtigt. Wahrscheinlich hat sie das Opfer einfach totgequasselt. Dem besorgten Zentralorgan der deutschen Jugendämter, "Bunte", versicherte Pooth, dass ihr Sohn San Diego trotz der Dreharbeiten nicht zu kurz komme: "Diego ist mir sehr ähnlich und ständig auf Achse. Er trainiert dreimal die Woche Taekwondo, ist im Leseclub, spielt mit seinen Großeltern Golf und lernt samstags Spanisch." Und wenn dann noch Zeit bleibt, schaut sich der Lütte seine Mama im Fernsehen an, erzählt Verona: "Als er mich zum ersten Mal gesehen hat, war er drei Jahre alt. Ich war zu Gast in einer Show. Das Publikum hat geklatscht, Diego zu Hause auch. Inzwischen ist er natürlich viel zu schlau." Offenbar hat der Filius mittlerweile kapiert, dass es einen Unterschied macht, ob man klatscht - oder einfach nur eine Klatsche hat.