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Adelsbesuch: "Die Mette ist ganz toll"

Einmal einen Hauch von Adel einatmen, einmal eine Kronprinzessin live erleben. Was wird sie wohl anhaben, was sagen? Gespannt warteten Adelsfans aus ganz Deutschland in Hamburg auf Prinzessin Mette-Marit von Norwegen.

Von Monique Berends

Über dem Rathausmarkt steht eine wärmende Oktobersonne. Die Alsterarkaden spiegeln sich auf dem Alsterkanal wider und auf der Mönckebergstraße herrscht reges Treiben. Vor dem Rathaus versammelt sich nach und nach eine Menschenmasse. Hamburg ist heute gut gelaunt.

Zwischen den Köpfen der Leute tauchen ab und zu Kameraobjektive auf, um regelmäßig justiert zu werden. Ein Teenager flitzt zu einem Polizeibeamten mit Funkgerät. "Was ist denn heute hier los", fragt er vollkommen nichts ahnend. "Wir bekommen heute Besuch von einer Prinzessin." "'Ne Prinzessin? Echt? Geil!".

Bonus zum Hamburg-Besuch

Zahlreiche Hamburger, aber auch Touristen versammelten sich vor dem Rathaus, um einen Blick auf Mette-Marit von Norwegen zu erhaschen, die in der Hansestadt zu Gast ist, um das norwegische Konsulat wiederzueröffnen. "Man hat ja nicht jeden Tag die Möglichkeit, eine Prinzessin zu sehen. Es ist schon was Besonderes", hört man eine Dame mittleren Alters sagen. Allerdings ist der rote Teppich nicht ausgerollt worden. Die Prinzessin wird über Hamburger Kopfsteinpflaster gehen müssen. So viel Normalität muss sein.

Normalität, das scheint die Leute besonders an Mette-Marit zu begeistern. "Ich komme extra aus Wandsbek hierher", sagt die ältere Dame ganz vorne am Absperrgitter. "Ich finde die Mette toll. So natürlich und schlicht." Welchen Eindruck sie von der Kronprinzessin hat? "Sie ist ganz nett. Sie hat ja schon was mit Drogen zu tun gehabt, aber ich finde man muss die Vergangenheit ruhen lassen."

Kronprinzessin wider Erwarten - aber mit voller Unterstützung

Keinen der Zuschauer scheint Mette-Marits bewegte Vergangenheit zu stören. Das Thema ist längst vergessen. Nun zeichnet sich die blonde Norwegerin vor allem durch ihr natürliches Auftreten und ihre einfache Art aus. Von Prunk und Protz ist weder etwas zu spüren noch zu sehen. Dementsprechend ruhig verhalten sich auch die anwesenden Royalisten, ob nun freiwillig hier oder von der Familie mitgeschleppt. "Meine Frau hat mich hierher mitgenommen. Eigentlich interessieren mich die europäischen Königshäuser herzlich wenig. Ich kann auch ohne einen Blick auf die Prinzessin geworfen zu haben, glücklich weiterleben", sagt ein etwas genervter Tourist aus Trier.

"Ist doch toll, mal hautnah an eine echte Prinzessin ranzukommen", widerspricht ihm eine Saarländerin. "Ich wusste gar nicht, dass Mette-Marit heute hier sein würde, aber als ich davon gehört habe, wollte ich das als kleinen Bonus noch mitnehmen. Gestern 'Dirty Dancing', heute die Kronprinzessin. Der Besuch in Hamburg hat sich schon jetzt gelohnt", sagt sie.

Winken, Lächeln, weg

Mit wenigen Minuten Verspätung fährt der erste Polizeiwagen vor, gefolgt von einer schwarzen Limousine. Wie man es aus den Zeitschriften kennt, öffnet ein großgewachsener Mann im schwarzen Anzug galant die Tür und die Prinzessin schwebt heraus. In einen zartrosa Mantel gehüllt wendet sie sich den Wartenden zu. Gekonnt winkt sie mit dem Royalgruß, das Lächeln ist genauso wie im Fernsehen. Ein paar Sekunden stellt sie sich dem Blitzlichtgewitter, nur ein einziger Reporter hat das Vergnügen, sie direkt ansprechen zu dürfen. Ein letzter Blick auf die klatschenden Fans und schon ist sie im Rathaus verschwunden und wieder ganz für Hamburgs obere Zehntausend da.

Hat es sich gelohnt, für diesen kurzen Augenblick in der Oktoberkälte zu stehen? "Aber ja, aber ja. Das war ganz toll", versichert eine ältere Dame aus Altona. "Ich habe ja schon viele Adelige hier in Hamburg gesehen. Das läuft immer so ab. Und es ist immer wieder schön."

Wer nicht genug kriegen konnte von der norwegischen Kronprinzessin, hatte am Nachmittag noch einmal die Chance, ihr live zu begegnen. Ihr letzter offizieller Termin sollte der Besuch in der norwegischen Seemannskirche sein. Und da konnte man bestimmt auch einige ihrer Landsleute treffen, die sie mit einem echt norwegischen Gruß verabschiedeten. Farvel Mette-Marit!

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