Bei einem Flugzeugunglück ist Harald Undrum, Erbe des Medienkonzerns Schibsted, ums Leben gekommen. Auch seine schwangere Frau Judith Mazariegos starb dabei. Das bestätigte die Familie von Mazariegos der norwegischen Zeitung „Dagbladet“. Undrum wurde 53 Jahre, seine Frau 26 Jahre alt.
Laut des Berichts ereignete sich das Unglück in San Marcos im Süden Guatemalas. Undrum und Mazariegos saßen demnach in einem Kleinflugzeug. Mit an Bord waren auch ein 48-jähriger Arzt und ein 31 Jahre alter ehemaliger Fußballspieler aus Guatemala, der das Flugzeug geflogen haben soll.
Die Katastrophenschutzbehörde in Guatemala veröffentlichte in den sozialen Medien Bilder der Absturzstelle und meldete zuerst drei Todesopfer. Später wurde auch der Tod der vierten Person bestätigt. Die Unglücksursache wird weiter untersucht, als wahrscheinlichste Ursache gelten schlechte Wetterbedingungen. Das norwegische Außenministerium bestätigte zunächst nur den Tod eines norwegischen Staatsbürgers.
Harald Undrum: Verlagserbe mit Skandalen
Undrum wurde in London geboren und als Kleinkind von der Schibsted-Familie adoptiert. So war er in sechster Generation Erbe der Schibsted-Mediengruppe, zu der unter anderem die renommierte Osloer Tageszeitung „Aftenposten“ sowie verschiedene Regionalblätter gehören. Laut „Dagbladet“ betrug sein Vermögen 2022 rund 60 Millionen Euro norwegische Kronen, umgerechnet etwa 5,4 Millionen Euro.
Sein Weg war laut norwegischen Medien jedoch von finanziellen Problemen und Skandalen gezeichnet. Anfang der 2000er-Jahre geriet Undrum durch hohe Bürgschaften für Freunde, die er nicht erfüllen konnte, in Schwierigkeiten. 2005 wurde er deshalb zu eineinhalb Jahren auf Bewährung verurteilt.
Anschließend zog er nach Spanien, arbeitete dort unter anderem als Lkw-Fahrer, hielt aber weiter Anteile an verschiedenen Unternehmen. Im vergangenen Jahr wurde Undrum von der norwegischen Steuerbehörde auf über 18 Millionen Euro verklagt und meldete Privatinsolvenz an.