Bohlen-Prozess Wo ist nur die Beute hin?


Waren es nun 30.000 oder 60.000 Euro Beute? Der Prozess um den Überfall auf Dieter Bohlen könnte für den Musiproduzenten ein peinliches Ende nehmen. Denn er wird als Zeuge auftreten müssen, um zur Höhe der Beute auszusagen.

Mehr als acht Monate nach dem Raubüberfall auf Musikproduzent Dieter Bohlen hat heute in Recklinghausen der Prozess gegen die zwei mutmaßlichen Täter begonnen. Ein Angeklagter schilderte die Tat ausführlich. Er und sein Freund hätten im Sommer 2006 Geldsorgen gehabt und "im Internet geschaut, wer reich ist". Mit der Beute habe er sich ein Fitnessgerät, Handys und "Klamotten" gekauft. Das Geld sei komplett aufgebraucht.

Sie seien maskiert und mit einer Schreckschusspistole und einem Messer bewaffnet in Bohlens Haus in Tötensen bei Hamburg eingedrungen, heißt es in dem Geständnis. Dazu hätten sie im Garten dem Gärtner aufgelauert. Die Haushälterin habe ihnen dann die Tür geöffnet. Im Haus hätten sie die beiden Angestellten, Bohlen und dessen Freundin Carina (23) gefesselt.

Am Mittag werden noch Bohlens Gärtner und Haushälterin als Zeugen aussagen. Sie sollen vor allem darüber Aufschluss geben, wie viel Geld die Täter erbeutet haben. Die 18 und 19 Jahre alten Männer blieben vor Gericht bei ihrer Version, nur 30 000 Euro erbeutet zu haben. Bohlen behauptet, ihnen 60.000 Euro übergeben zu haben.

"Die beiden lügen", sagt Bohlen der "Bild"-Zeitung dazu. "Reue und Entschuldigung von denen nehme ich nicht an." Er trage sich nun mit dem Gedanken, aus Tötensen weg zu ziehen: "Die beiden Räuber haben mein altes Idyll zerstört, Nichts ist wie früher. Das Leben in Tötensen macht so keinen Spaß mehr."

Bohlen wird am Montag als Zeuge aussagen müssen, obwohl er zunächst versucht hatte, eine Aussager vor Gericht zu vermeiden. "Ich hätte es gut gefunden, wenn man uns jetzt in Ruhe gelassen hätte", sagte Bohlen der "Bild"-Zeitung. "Ich muss um 5 Uhr morgens aufstehen, um um 9 Uhr in Recklinghausen zu sein. Da kommt dann alles wieder hoch", jammerte er im Interview.

Mai/Reuters Reuters

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