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Boris Becker: Ganz unten

Keine Affären mehr, keine peinlichen TV-Shows: Boris Becker schien sich beruflich und privat gefangen zu haben. Doch ein halbes Jahr nach dem Ende seines Trainerjobs für Novak Djokovic wird klar: Der einstige Wimbledon-Sieger ist am Ende.

Ehemaliger Geschäftspartner macht gegenüber Boris Becker Forderungen in Höhe von über 40 Millionen Schweizer Franken geltend

Es ist der 25. Oktober 2013. Boris Becker nimmt zusammen mit seiner Ehefrau an der Oliver-Pocher-Show "Alle auf den Kleinen" teil. Die einstige Tennislegende steht unrasiert und mit kurzen Hosen auf der Bühne. Er hat Mühe, die Showtreppe herunter zu kommen. Dann der Höhepunkt seiner öffentlichen Selbstmontage: Becker bindet sich für ein albernes Spiel ein Handtuch und eine Fliegenklatsche um den Kopf. Ein demütigender Anblick. Aus dem einstigen Wimbledon-Helden ist ein Hampelmann geworden. Tiefer konnte es nicht mehr gehen - dachte man.

Doch erst jetzt, drei Jahre später, scheint Boris Becker ganz unten angekommen zu sein. Dem Mann, der mit Tennis geschätzt über 200 Millionen Euro verdiente, droht der finanzielle Ruin. Nachdem ein britisches Gericht ihn vor zwei Wochen für bankrott erklärt hatte, meldet sich nun ein ehemaliger Geschäftspartner zu Wort und fordert eine schier unglaubliche Summe: 36,5 Millionen Euro soll Becker dem Unternehmer Hans-Dieter Cleven schulden. Beckers Anwälte sprechen zwar von einer "nicht gerechtfertigten Forderung" - doch selbst wenn das stimmen sollte, ist der Image-Schaden für den 49-Jährigen immens.

Boris Becker war zurück auf der Erfolgsspur

Dabei schien sich Becker gerade berappelt zu haben. Nachdem er Ende 2013 Trainer von Novak Djokovic wurde, ging es mit seinem öffentlichen Ansehen bergauf. Keine zweifelhaften Frauengeschichten mehr, keine peinlichen TV-Auftritte. Stattdessen schien Becker endlich seine Bestimmung gefunden zu haben. Als Mentaltrainer eines Tennisstars und beliebter Co-Kommentator im britischen Fernsehen. Der Erfolg war zurück.

Doch jetzt holt Becker seine Vergangenheit ein. Seine finanzielle Tollpatschigkeit rächt sich. Eine Reputation als schlauer Geschäftsmann genoss der Tennisheld ohnehin nie. Im Gegenteil. Mit dem Internetportal Sportgate wollte er Anfang des Jahrtausends vom Börsenboom profitieren und sich nach dem Ende seiner Sportkarriere als Unternehmer profilieren. Es wurde eine Pleite und ein finanzielles Grab. Ebenso wie seine Finca auf Mallorca. Statt sie rechtzeitig und mit Profit zu verkaufen, ist das Anwesen mit hohen Hypotheken belastet. Und noch schlimmer: Seit Jahren versucht Becker, das Haus zu Geld zu machen und zu veräußern - erfolglos. Kein Mensch will sie haben. Bis heute.

Boris Becker: Das aufregende Leben eines deutschen Tennisstars

Becker braucht einen Retter

Wie es mit Becker nun weiter geht? Er braucht einen Retter. Einen, der ihm bei der Umschuldung hilft und ihm neue Kredite zu vernünftigen Zinssätzen zur Verfügung stellt und der ihn bei geschäftlichen Anliegen berät. Außerdem sollte er sich neue Einnahmequellen erschließen. Ein Werbedeal wäre gut. Doch als Vorbild ist Becker gescheitert. Wer will ihn da noch als Testimonial haben?

So könnte es für Boris Becker ganz bitter enden. Er wird seinen Lebensstil umstellen müssen. Nanny und Haushälterin, teure Luxusurlaube oder Abendessen für schlappe 600 Euro - wie Ehefrau Lilly in der TV-Show "Global Gladiators" verriet - damit könnte es bald ein Ende haben. Immerhin hat Lilly Becker eigene Einnahmen, verdient Geld durch TV-Shows. So könnte aus Boris bald der neue Franjo werden, Lilly wäre dann seine Verona.

Das ganze Drama um Boris Becker - jetzt im neuen stern: