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Britney Spears: Superstar muss um Taschengeld betteln

Egal, ob sie shoppen gehen will oder für Haiti spenden - Britney Spears kann nichts allein entscheiden. Seit fast zwei Jahren steht die Sängerin unter der Vormundschaft ihres Vaters Jamie. Ein Ende ist nicht absehbar, denn Jamie Spears lebt gut vom Geld seiner Tochter.

Von Martina Ochs

Es war die schlimmste Demütigung der letzten Zeit. Eigentlich wollte Britney Spears, genau wie viele andere Stars, mit einer Spontan-Aktion den notleidenden Menschen von Haiti helfen. Ihr Versace-Kleidchen, das sie bei einem Auftritt bei den MTV Awards 2008 getragen hatte, sollte schnellstmöglich versteigert werden. Der Lohn der guten Absichten? Sie musste zunächst bei ihrem Vormund, Vater Jamie Spears, um Erlaubnis für ihre Spende bitten - und dann noch einmal in einer Anhörung vor Richterin Reva Goetz in Los Angeles. Goetz sollte zugleich darüber befinden, ob Britney Utensilien ihrer "Circus"-Tour verkaufen darf.

Zwar wurde beides gestattet - doch ein fader Beigeschmack bleibt. Jeder Schritt der 28-Jährigen wird kontrolliert, jede noch so kleine Handlung muss überprüft, von Vater Jamie abgesegnet und vom Gericht genehmigt werden. Es sei zudem nötig, erklärt US-Anwalt Jeffrey S. Cohen, dass sich die Sängerin persönlich in regelmäßigen Abständen bei Reva Goetz zeigt, damit diese sich von ihrem Wohlergehen überzeugen kann.

Bis die Sängerin, die seit fast zwei Jahren unter Beobachtung steht, wieder über sich selbst bestimmen darf, wird noch viel Zeit vergehen. Gerade erst wurde die Vormundschaft noch einmal verlängert. Wie bei solch einem Verfahren üblich, zunächst für sechs bis zwölf Monate. Dieses Urteil, so heißt es, sei auch der Grund für das autoaggressive Verhalten, das Britney in den vergangenen Tagen zeigte. Dabei hatte sie sich zuvor intensiv um einen gemäßigten Lebenswandel bemüht. Sie feierte weniger und verbrachte dafür mehr Zeit in einer Kirche in der Nähe ihres Zuhauses.

Auf ihre geliebten Shopping-Touren mag sie nach wie vor nicht verzichten. Das relativ schmale Budget von 1000 Euro, das Daddy Jamie ihr wöchentlich zuteilt, reichte vor Kurzem im Steve-Madden-Store in Los Angeles jedoch nicht einmal für zwei Paar Boots. Also schnappte sich Britney die Kreditkarte ihres Bodyguards, unterschrieb den Beleg selbst - und flog auf. Für die Aktion fing sie sich prompt einen Rüffel ihres Vater ein. Der lebt übrigens nicht schlecht von seiner Tochter: Pro Monat stehen dem Ex-Bauunternehmer für seinen Aufpasser-Job rund 11.000 Euro zur Verfügung. Kein Grund zur Eile also.