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Burda und die Integration: Heino-Bambi wird für guten Zweck versteigert

Was tun mit Heinos goldenem Rehlein? Aus Protest gegen die Verleihung des Integrationsbambis an den Rapper Bushido hatte der Schlagerstar seine eigene Trophäe zurückgehen lassen. Der Burda-Verlag fand nun eine Lösung, die (fast) alle Parteien zufriedenstellt - und dem angekrazten Image Linderung beschert.

Eins muss man dem Burda-Verlag lassen: Seine PR-Abteilung gibt nicht auf und versucht, noch aus einer Niederlage einen kleinen Sieg zu zaubern. Nach der Rückgabe des Bambis von Schlagerstar Heino soll der Preis nun zugunsten eines Integrationsprojekts für Kinder versteigert werden. Dies bestätigte ein Sprecher des Verlages am Montag.

Heino begrüßte die Entscheidung: "Ich freue mich, dass ich somit auch einen Beitrag zur Integration leisten kann", teilte der Volkssänger dazu über sein Management mit. Heino hatte seine Auszeichnung von 1990 nach der umstrittenen diesjährigen Bambi-Verleihung an Rapper Bushido zurückgegeben und dafür viel Zustimmung erhalten. Bushido, der in der Vergangenheit für seine explizit gewaltverherrlichenden und schwulenfeindlichen Texte aufgefallen war, hatte ausgerechnet den Bambi für Integration erhalten. "Auch wenn er [Bushido] einen Reifeprozess vollzogen und sich von früheren Aussagen distanziert hat, eignet er sich als Jugendvorbild nur bedingt", hatte Heino seine Entscheidung begründet.

Auf der Facebook-Seite des Verlags kam die Ankündigung dagegen weniger gut an: "Ich glaube, den Bambi öffentlichkeitswirksam zu versteigern - nach dem Motto 'Wenn er ihn nicht haben will, wir finden schon jemanden!' ist der letzte Akt der volkommenen Hilflosigkeit im einem absoluten Laienspiel!", echauffierte sich ein User namens PE Jay. Ein anderer Nutzer, André Kremer, ist mit einer Versteigerung grundsätzlich zufrieden, kritisiert jedoch den Verwendungszweck: "Vielleicht wäre es hier aber doch angebrachter, den Erlös an Frauenhäuser und Projekte gegen Homophobie zu spenden. Damit würden sie wenigstens ein bisschen Schaden wieder gut machen, der durch Bushidos Texte und Ideologien angerichtet wurde und immer noch wird."

jwi/DPA / DPA
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