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Instagram-Star: Schleichwerbung? Millionen-Gage? Worüber Caro Daur alles schweigt

Instagram-Stars wie Caro Daur stehen unter Kritik: Zu undurchsichtig sei ihr Geschäft, zu oberflächlich ihre Inhalte. Dabei sind sie in der Unterhaltungsbranche nicht allein mit dem Konzept.

Caro Daur

Caro Daur hat über eine Million Fans auf Instagram

Zuletzt bekam sie auch noch von Schauspieler Elyas M'Barek einen mit: "Hab sie nach ihrem Beruf gefragt. Sie hatte keine Antwort", lästerte der Schauspieler unter einem Foto von sich und der Influencerin Caro Daur. Die 22-Jährige ist eine der erfolgreichsten deutschen Social-Media-Stars, auf Instagram folgen ihr über eine Million Fans. Die verschenken Likes, wenn Daur dort Lippenstifte, Schuhe oder Versandhaus-Konzerne anpreist und Fotos von ihren gesponserten Auslandsreisen postet. Was viele kritisch sehen: Die Werbung ist gerade für die sehr junge Zielgruppe der Instagram-Stars nicht immer offensichtlich. 

Hab sie nach ihrem Beruf gefragt, sie hatte keine Antwort.@carodaur

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Das "Manager"-Magazin nahm sich deshalb jüngst Daur vor und versuchte, sie in einem Interview über das Konzept hinter ihrem Job zu befragen. Fragen nach dem genauem Inhalt, den sie ihren Werbepartnern bietet, wich Daur jedoch aus - oder beantwortete sie gar nicht. Wie das Magazin auflistet, wollte sich die Markenbotschafterin weder dazu äußern, ob sie sich an die Kennzeichnungspflicht für Werbung hält, noch zu den Gerüchten, ob sie im Jahr wirklich eine Million Euro Umsatz macht. Auch zu den Details ihrer Verträge mit den Werbepartnern und dem angeblichem Ärger mit der Steuerbehörde wollte sie nichts sagen.

Geld fließt für bekannte Gesichter, egal ob Kino- oder Instagram-Star

Dass Social-Media-Stars nicht über Verträge sprechen, ist durchaus üblich. Das Phänomen betrifft jedoch nicht nur die Internet-Branche: Werbegelder fließen in der Unterhaltung schon immer, und zwar auch für Berühmtheiten, die die Millionen eigentlich nicht nötig haben. Große Marken wie Chanel oder Versace greifen für ihre Mode- und Parfumlinien regelmäßig auf sogenannte Testimonials zurück, also auf Stars, die ihr Gesicht für die Marke hinhalten. Und natürlich fließt da viel Geld - auch wenn Jennifer Lawrence auf dem roten Teppich nicht immer dazu sagen wird, dass sie Dior trägt, weil sie eben von Dior bezahlt wird. Das Prinzip kennen auch deutsche Promis - die berühmten Gummibärchen bei "Wetten, dass...?" sind wohl das bekannteste Beispiel.

Aber da Teenies sich ihre Idole heute nicht mehr rein aus Film und Fernsehen aussuchen, sondern auch aus den sozialen Netzwerken, ist der Schritt für Werbetreibende nur konsequent. Mit dem Unterschied, dass Daur, Bibi und Co. nur noch von der Werbung leben - und nicht mehr zwischendurch einen Film oder ein Album rausbringen. Umso besser für die Marken, die so auf lebende Werbeplakate direkt an der Zielgruppe zurückgreifen können. Und die mit den Influencern Social-Media-Profis an die Hand bekommen.

Cake somebody? ??? (thanks for making me feel like having birthday yesterday?) ?? #macxcarodaur

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Caro Daur berät Marken, die an die Zielgruppe in den sozialen Medien ran will

"In gewisser Weise berate ich die Firmen. Viele können den Social-Media-Bereich nicht genau greifen, und ich kann viel darüber berichten, weil ich mich täglich damit beschäftige. Theoretisch könnte ich in dem Bereich auch als Speaker arbeiten", sagte Caro Daur im Interview und erklärte damit ihren Job ziemlich treffend. 

Elyas M'Barek schoss das Läster-Selfie mit ihr übrigens auf einer Werbeveranstaltung für einen Schweizer Uhrenhersteller, deren Produkte er nonchalant am Arm trägt. Was er dafür bekommt? Großes Schweigen.

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