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"Die Welt verstehen" - stern-Reporter erklären: Warum lieben alle Königin Máxima?

Königin Máxima (und ihr Mann Willem-Alexander, König) besuchen Deutschland. In ihrer Heimat sind selbst Monarchie-Gegner verzaubert von der Argentinierin auf dem Oranje-Thron. Wie macht sie das?

Von Catrin Bartenbach

"Sie ist schön, sie strahlt, sie berührt die Menschen" - das sagen selbst Republikaner über Königin Máxima

"Sie ist schön, sie strahlt, sie berührt die Menschen" - das sagen selbst Republikaner über Königin Máxima

Wie wird man beliebt? Indem man wie selbstverständlich die Herzen der Menschen gewinnt, einfach, weil man so ist, wie man ist. Diese simple Erkenntnis trifft in hohem Maße auf Máxima von Oranje, geborene Zorreguita zu - ergänzt um zwei wichtige Persönlichkeitsmerkmale: Sie hat einen Blick dafür, was zu tun ist, und erledigt dann das Anstehende äußerst diszipliniert und (zumindest äußerlich) gutgelaunt.

Das war in ihrem New Yorker Vorleben so, in dem sie als Bankerin konsequent Karriere machte, und ebenso hielt sie es als neue Partnerin des niederländischen Thronfolgers: Kaum als "royal girlfriend" etabliert, machte sie sich daran, Holländisch zu lernen und beeindruckte ihre zukünftigen Untertanen dann gleich beim ersten Interview anlässlich ihrer Verlobung damit, dass sie flüssig-charmant in der ihrer Muttersprache Spanisch nicht unbedingt artverwandten Landessprache parlieren konnte. So was kommt gut - und dann noch dieses allumfassende Strahlen, mit dem sie auf Menschen zugeht: herzlich und herzhaft zugleich.

Das Paar fühlt sich wohl miteinander

Selbst für ein Wettschwimmen in einem der Amsterdamer Stadtkanäle war sich die attraktive Argentinierin vor drei Jahren nicht zu schade, einem guten Zweck zuliebe, und der royale Gatte erwartete sie am Ziel, den Bademantel fürsorglich bereithaltend. Natürlich hilft es auch, dass das Fünferpack Willem-Alexander, Máxima und ihre drei Töchter offensichtlich ein vorbildliches Familienleben führen. Das Königspaar fühlt sich privat und öffentlich offensichtlich wohl miteinander.

Langjährige Kenner des Hofes glauben beobachtet zu haben, dass der einst etwas dicklich-ungeschickt wirkende "Prins Pilsje" erst unter dem klug nachjustierenden Einfluss seiner bürgerlich geborenen Partnerin so richtig "gemenscht" wurde und an den richtigen Stellen Ecken und Kanten entwickelt hat.

Sonnenschein mit fragwürdiger Herkunft

Máxima ist authentisch und sprüht nur so vor Lebenslust, die sie energisch einsetzt, um ihr wichtige Ziele zu verfolgen: die Rechte Homosexueller, das Eintreten für finanzielle Inklusion (Zugang zu Mikrokrediten und anderen Finanzdienstleistungen auch für Arme) vor allem für Frauen in den Ländern der Dritten Welt und natürlich, ihren Ehemann auf allen seinen Wegen zu begleiten und zu unterstützen.

Ihre Herkunft als Tochter eines argentinischen Ministers in der argentinischen Videla-Militärdiktatur mag zunächst fragwürdig gewesen sein, aber sie selbst hat eigentlich alles richtig gemacht seit dem Moment, als Willem-Alexander sie erwählte. Sie war noch kein Jahr mit ihm verheiratet, da bekannten in einer Umfrage acht von zehn Niederländern, dass sie am liebsten Máxima treffen würden, wenn sie die Wahl hätten, ein Mitglied des Königshauses persönlich kennen zu lernen. Die "Maximanie" nahm ihren Lauf: Heute gibt es unzählige, gutverdienende Máxima-Doubles, die man für Anlässe buchen kann, und auch an Fanclubs, Blogs und Twitter-Accounts, die ihr gewidmet sind, fehlt es nicht.

Auch Beatrix outete sich als Fan

Anlässlich ihres zehnjährigen Hochzeitstages 2011 gab es sogar eine Ausstellung ihr zu Ehren, die von Königin Beatrix persönlich eröffnet wurde - auch sie ist ein großer Fan ihrer Schwiegertochter.

Und selbst der in den Niederlanden bekannte Verteidigungsexperte und Monarchie-Gegner Ruud van Diemen schwärmt: "Sie ist schön, sie strahlt, sie hat viel, was Willem-Alexander nicht hat. Sie berührt die Menschen." Diese Gabe hat ihr eine Ehre und Verantwortung eingebracht, die sonst keiner der Königsgattinnen an einem der anderen europäischen Höfe zu Teil wurde.

Im Dezember 2013 wurde sie vom niederländischen Parlament ohne Gegenstimme bis zur Volljährigkeit ihrer Tochter Amalia als Regentin eingesetzt, für den Fall des vorzeitigen Todes von König Willem-Alexander. Die Medien des Landes bezeichnen sie als "Hollands bessere Hälfte" - noch populärer geht nicht.

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