Elton Johns Hochzeitsfest Stars im Stau


Da war selbst der Jet-Set überfordert: Wegen des Massenandrangs an Limousinen reihten sich die Hochzeitsgäste von Elton John in eine Warteschlange und ließen sich dabei von Zaungästen und Fotografen begaffen.

Die Königin kam nicht und war doch dabei. Als Witzfigur auf einem Karikatur-Poster schaute sie zu, wie David Furnish vor dem Standesamt von Windsor Elton John liebkost. Kommentar: "Eigentlich bin ich hier die Queen." Es ging ausgelassen zu bei dieser Hochzeitsfeier, der heißesten britischen Party des Jahres. Boris Becker gelang es, die Stimmung in Sir Eltons Schlösschen im altehrwürdigen Old Windsor mit einem deutschen Wort, das auch alle Briten leicht verstanden, treffend zu beschreiben: "wunderbar".

So sahen es auch Einwohner der kleinen Stadt Windsor in der englischen Grafschaft Berkshire. An Prominente sind sie gewöhnt, schon wegen der Nähe des Schlosses, der Residenz der königlichen Familie. "Doch so einen Auflauf haben wir hier noch nie zuvor erlebt", sagt die Windsorin Simone Jones. "Einfach brillant dieser Verkehrsstau."

Promis im Schaukasten

Was wie ein schwerer Regiefehler wirkte, begeisterte Schaulustige und Kameraleute gleichermaßen. Über hunderte Meter erstreckte sich der Stau von Edelkarossen, in denen sich die High Society des Showgeschäfts Stoßstange an Stoßstange und unter den Augen der Öffentlichkeit zu den Festzelten voranquälte. "Oh, schau mal da, Claudi Schiffer!", rief eine Autogrammjägerin. "Nein, hier her", schallte es zurück, "die ganze Osbourne-Family im Rolls Royce!".

Liz Hurley im Bentley war schön wie immer, allerdings etwas abgelenkt. Sie verschickte eine Textmessage nach der anderen, ehe der Wagen endlich das Tor aus zwei riesigen Fackeln erreichte. Und da: Sharon Stone, mit besten Grüßen aus Hollywood. Dann auch noch Victoria Beckham, ohne David, dafür aber - zur Freude ihrer Fans - in einem altrosa Spitzenkleid mit wahnsinnig tiefem Ausschnitt, die Pelzstola fein nach hinten geschlagen.

Schlichter Smoking statt weißer Spitze

Eltons Mutter Sheila, von allen immer wieder geherzt für ihre Unterstützung des schwulen Sohns in all den wilden Jahren, kam mit einem Wagenrad großen Hut, schwarz und mit Perlen bestickt. Ganz in Schwarz erschien Ex-Beatle Ringo Starr. Der sagte nicht so etwas Wunderbares wie "wunderbar", war jedoch ebenfalls um Originalität bemüht: Immer wieder spreizte Ringo die Finger zum V für Victory. "Sowas wie diesen Andrang hier, das gibt es eben nur für Elton John", sagte die schottische Sängerin Lulu, die 1974 mit dem James-Bond-Song "Der Mann mit dem goldenen Colt" weltbekannt wurde.

Und Elton John, die Braut, erschien ganz schlicht und nicht in dem rauschenden weißen Kleid aus Brüsseler Spitze von Donatella Versace, in dem er auf der Titelseite der "Daily Mail" zu sehen war. Das nachgestellte und retuschierte Bild sei doch nur ein Scherz gewesen, stellte das Massenblatt am Donnerstag richtig.

Gar nicht lustig fand die konservative "Times" den ganzen Rummel um die Homo-Ehe. Sie bot all jenen, die dazu die Nase rümpfen, einen Trost: Nach der ersten Welle der "öffentlichen Aufmerksamkeit für diese Partnerschaften wird die weitere Entwicklung kaum noch beachtet werden". Insofern werde die "soziale Revolution", die sich mit den Schwulenhochzeiten verbinde, "auf eine sehr britische Art vor sich gehen".

Thomas Burmeister/DPA DPA

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