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Entschuldigung: "Oliver Kahn ist der Leidtragende"

Die "Bild am Sonntag" hat sich öffentlich bei Oliver Kahn entschuldigt. Die Zeitung hatte angebliche Beweisfotos von einem Besuch von Ex-Freundin Verena in Olis Villa abgedruckt.

Die "Bild am Sonntag" hatte in ihrer letzten Ausgabe anhand von Fotos berichtet, dass in der Nacht, bevor Kahns Frau Simone die Scheidung eingereicht hatte, die Ex-Freundin des Bayern-Torwarts und Nationaltorhüters bei diesem übernachtet habe. "Diese Fotos wurden der Zeitung mit falschen Zeit- und Datumsangaben angeboten", teilte die Zeitung am Dienstag mit. Trotz Quellenprüfung und vorliegender eidesstattlicher Versicherung des Fotografen habe sich nun herausgestellt, dass man "offenbar einem vorsätzlichen Betrug aufgesessen ist".

Anzeige gegen den Fotografen

Gegen den betreffenden Fotografen werde Strafanzeige erstattet, hieß es in der Mitteilung. "Wir haben mit dem Abdruck der Fotos und der daraus resultierenden Berichterstattung in "Bild am Sonntag" einen schweren Fehler gemacht, für den ich Oliver Kahn öffentlich und in aller Form um Entschuldigung bitte", erklärte Chefredakteur Claus Strunz. Trotz intensiver Quellenprüfung "sind wir Opfer eines Betrügers geworden. Der Leidtragende ist Oliver Kahn, und dies bedauern wir sehr".

Die Zeitung hatte am vergangenen Sonntag unter der Überschrift "Erst Liebesnacht, dann Scheidungsschlacht", berichtet, dass Simone Kahn am vergangenen Freitag die Scheidung eingereicht habe. Gleichzeitig wurden mit Uhrzeiten versehene Fotos abgedruckt, die dokumentieren sollten, dass Kahns Ex-Freundin, von der er sich vor zwei Monaten getrennt hatte, in der vorhergehenden Nacht bei ihm in seiner Villa in München übernachtet habe.

Die Münchner "tz" hatte am Dienstag berichtet, dass Kahn nach der Berichterstattung der "Bild am Sonntag" die Sache seinen Anwälten übergeben habe. "Das wird Konsequenzen haben", zitierte die Zeitung Kahns Berater Peter M. Ruppert. In der Zeitung erklärte ein Freund Kahns, dass er zur angegebenen Zeit mit dem Torwart rund 250 Kilometer entfernt gefrühstückt habe, da sie beide anschließend an einer Golf-Veranstaltung von Franz Beckenbauer teilgenommen hätten. Dort wurden sie der "tz" zufolge auch von den Schauspielern Sascha Hehn und Michael Lesch gesehen. "Das schafft nicht mal der Titan, dass er gleichzeitig an zwei verschiedenen Orten ist", zitiert die "tz" Hehn.

"Beweisfotos sind recycelt"

Kahn betonte am Dienstag, die Behauptungen, er habe die Nacht vom 15. auf den 16. Juli mit Verena in seinem Grünwalder Haus verbracht, sei "frei erfunden" und die vier so genannten "Beweisfotos" seien "getürkt bzw. recycelt". In seiner Presseerklärung schreibt Kahn weiter: "Etwa zu dem Zeitpunkt, als das angebliche "Beweisfoto 3" entstanden sein soll, traf ich Alfred Draxler, Mitglied der Bild- Chefredaktion, zufällig beim Frühstück - und zwar im Hotel Maximilian in Bad Griesbach."

"Bild am Sonntag" erklärte dazu, Draxler sei an der beanstandeten Berichterstattung nicht beteiligt, sondern im Urlaub gewesen. Im Übrigen hätten sich die Entschuldigung von Strunz und die Erklärung von Kahn am Dienstag wahrscheinlich überschnitten.

AP/DPA / AP / DPA