HOME

BBC-Interview: Ex-Pornostar Mia Khalifa: "Ich fühle mich, als ob die Leute durch meine Kleidung durchsehen können"

Mia Khalifa hat nach eigenen Angaben lediglich drei Monate Pornofilme gedreht und gehört dennoch zu den bekanntesten Namen der Branche. Der BBC erzählt sie, wie ihre Karriere begann und wie sie heute über ihre Entscheidungen denkt.

Mia Khalifa

Da seien vor allem die starrenden Blicke, sagt Mia Khalifa, als sie im Interview mit der BBC gefragt wird, welche Auswirkungen ihre Pornokarriere noch heute für sie habe. "Ich fühle mich, als ob die Leute durch meine Kleidung durchsehen können", beschreibt die 26-Jährige. Das führe dazu, dass sie sich zutiefst schäme. Sie habe das Gefühl, "mein Recht auf Privatssphäre verloren zu haben." Denn das habe sie. "Ich bin nur eine Google-Suche entfernt."

Nach eigenen Angaben hat Khalifa 2015 lediglich drei Monate Pornofilme gedreht und dennoch gehört sie zu den ganz großen Namen der Branche. Auch weil sie Filme im Hijab drehte und so zur Hassfigur für viele Muslime wurde, Morddrohungen erhielt. Sie selbst will von ihrer großen Bekanntheit finanziell nicht allzu sehr profitiert haben. Lediglich 12.000 US-Dollar habe sie damals für die Filmdrehs erhalten, danach nie wieder einen Cent, weil die Rechte nicht bei ihr liegen würden.

Ex-Pornostar Mia Khalifa: So wurde ich angeworben

Gegenüber der BBC beschreibt Khalifa auch, wie sie damals für die Filme angeworben wurde. Ein Mann habe sie auf der Straße angesprochen, dass sie wunderschön sei, und ob sie sich vorstellen könnte, als Model zu arbeiten. Sie habe einen so schönen Körper, ob sie sich auch Nacktaufnahmen vorstellen könne. Khalifa erklärt auch, warum sie später die Verträge mit der Produktionsfirma unterschrieb. Über den Verlauf ihrer ganzen Kindheit habe sie stets Probleme mit ihrem zu hohen Körpergewicht gehabt und sich nie attraktiv gefühlt. Als sie dann auf der Universität rund 25 Kilogramm abgenommen hatte, habe sie die plötzlich gestiegene Aufmerksamkeit durch Männer sehr genossen. Bei ihr habe sich das Gefühl entwickelt, dass sie alles dafür tun müsse, damit dies auch so bleibe.

Beth Spiby

Erstmal in der Pornobranche angekommen, habe sie sich oft unwohl gefühlt, aber nicht wirklich getraut, zu widersprechen, beschreibt Khalifa. Als sie den Hijab für eine Szenen anziehen sollte, habe sie gesagt: "Ihr schafft es noch, dass ich umgebracht werde", woraufhin alle nur gelacht hätten. Warum sie nicht abgelehnt habe, will der BBC-Moderator da von ihr wissen. "Einschüchterung. Ich war nervös", sagt sie. Zwar nicht davor, körperlich gezwungen zu werden. Sie bemüht sich eines Vergleiches: "Hast du dich jemals in einem Restaurant nicht richtig getraut, dem Kellner zu sagen, wenn etwas mit deinem Essen nicht stimm?" So in etwa habe sie sich damals gefühlt.

Khalifa rechnet in dem Interview auch mit der Pornoindustire generell ab. "Männer erwarten die Dinge, die sie in solchen Videos sehen, von den Frauen in ihrem Leben. Und das ist einfach nicht die Realität. Niemand ist so perfekt, niemand macht solche Dinge an einem Mittwochabend mit der Person, die sie lieben."

Quellen: BBC / BBC / Twitter

fin
Themen in diesem Artikel