Fall Moshammer Polizei sucht Beweise für Raubmord


Dass er der Täter war, steht zweifelsfrei fest: Noch in diesem Jahr soll Herisch A. der Prozess gemacht werden. Ob er tatsächlich wegen Mordes verurteilt werden kann, ist allerdings fraglich.

Nach dem Mord an dem Münchner Modemacher Rudolph Moshammer soll dem tatverdächtigen Iraker Herisch A. (25) noch in diesem Jahr der Prozess gemacht werden. "Wir hoffen, dass wir die Ermittlungen in der ersten Hälfte dieses Jahres abschließen und dann Anklage erheben können", sagte Oberstaatsanwalt Anton Winkler am Donnerstag in München. Dann könne der Strafprozess bis zum Jahresende beginnen.

Die Vernehmungen des geständigen Tatverdächtigen dauern weiter an. "Wir suchen immer noch nach Personen, die zum Vorleben des Tatverdächtigen und zu den Gepflogenheiten von Moshammer etwas sagen können", erklärte Winkler. "Wichtig ist für uns vor allem, ob jemand weiß, ob Moshammer den Iraker schon öfter getroffen hatte."

Verschwunden sind weiterhin zwei wertvolle Armbänder und ein Ring von Moshammer. Man wisse noch nicht, ob möglicherweise der Iraker den Schmuck mitgenommen und verkauft habe, sagte Winkler. Möglicherweise sei der Schmuck aber auch im Safe in Moshammers Haus, der bisher noch nicht geöffnet werden konnte. Die Ermittler hatten sich vergeblich bemüht, die Zahlenkombination herauszubringen. Nun soll der Safe anderweitig geöffnet werden.

Spurensicherung dauert an

Der 64-jährige Moshammer war am 14. Januar in seinem Haus in Grünwald bei München erdrosselt aufgefunden worden. Nicht einmal 48 Stunden später wurde der Iraker unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Nach anfänglichem Leugnen gestand er die Tat und gab als Auslöser einen Streit um Lohn für seine eigenen sexuellen Dienste an. Die Polizei hatte ihn anhand einer DNA-Spur überführen können.

Moshammer Haus in Grünwald ist von der Polizei noch nicht freigegeben worden. Dort wird die Spurensuche fortgesetzt. Die Ermittler suchen nach einem Bericht des "Münchner Merkur" vor allem Fingerabdrücke des Irakers auf Schubladen und Schranktüren. Diese könnten das angenommene Motiv eines Raubmordes weiter stützen. Die Polizei geht davon aus, dass der Iraker seinem Opfer auch Bargeld abgenommen ab.

Nur wenn die Staatsanwaltschaft beweisen kann, dass Herisch A. aus niederen Beweggründen, etwa aus Habgier, getötet hat, droht ihm eine Verurteilung wegen Mordes. Es gilt als wahrscheinlich, dass die Verteidigung auf Totschlag plädieren wird. Dies ist für die Strazumessung von entscheidender Rolle.

Daisy wird Fernsehstar

Moshammers Hundedame Daisy soll nach einem Bericht der "Bild"- Zeitung unterdessen zum TV-Star werden. Moshammers Chauffeur und "Adoptiv-Herrchen" von Daisy habe einen entsprechenden Vertrag mit RTL unterschrieben, berichtet das Blatt. Als entlaufenes Hündchen soll sie eine Rolle in der Vorabend-Serie "Unter uns" bekommen. Die Dreharbeiten mit Daisy sollen schon am kommenden Mittwoch beginnen. "Wir haben extra einen Hunde-Catering-Service verpflichtet, der sich aufopferungsvoll um Daisy kümmern wird", versicherte RTL-Sprecher Jovan Evermann der Blatt. Moshammers Freund Roberto Blanco sagte: "Wenn er das noch erleben dürfte, wäre er wahnsinnig stolz auf seine Daisy. Mosi wird freudig vom Himmel herunterlächeln."

Mit Material von DPA

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