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Gisele Bündchen: Die Yoko Ono der Supermodels

Nach der Niederlage beim Super Bowl giftete Gisele Bündchen gegen die Mitspieler ihres Ehemannes Tom Brady. Nun wird sie vom Team als Brecherin des Ehrenkodex beschimpft.

Von Frank Siering, Los Angeles

Natürlich eilte Übermodel Gisele Bündchen nach der bitteren Niederlage der New England Patriots gegen die New York Giants beim Super Bowl sofort zu ihrem Ehemann Tom Brady. Wie es sich für eine gute Partnerin gehört, tröstete sie ihn mit einer herzlichen Umarmung und einem dicken Kuss.

Doch da war der Schaden schon längst angerichtet. Zuvor, während des dramatischen Matches der beiden besten Football-Teams in Amerika, hatten sich nicht nur auf dem Kunstrasen in Indianapolis, sondern auch in der VIP-Loge dramatische Szenen abgespielt.

Da fluchte und fauchte eine an den Fingernägeln kauende Bündchen ­ für alle Besucher gut verständlich in die Runde: "Ich kann nicht glauben, dass sie den Ball so oft fallen lassen", so das brasilianische Topmodel in Richtung der verhinderten Passempfänger der New England Patriots, die vor allem in der Endphase der 17:21-Niederlage gegen die New York Giants gleich reihenweise Vorlagen ihres Quarterbacks Brady ungenutzt gelassen hatten.

Ein Verstoß gegen den "Code der Bruderschaft"

Dann wurde die 31-Jährige, die seit 2009 mit Brady verheiratet ist, noch deutlicher: "Tom kann den Ball nicht 'f***g' gleichzeitig werfen und dann selber fangen." Was Bündchen nicht wusste: Kamerateams hatten den Wutanfall festgehalten. Die Kritik an den Kollegen von Ehemann Brady blieb nicht lange ohne Folgen. Sie habe gegen den "Code der Bruderschaft" verstoßen, sagten diverse Spieler der Patriots nach dem Spiel.

Denn als Mannschaft "gewinnt man und verliert man nur gemeinsam", so die Athleten weiter. Normalerweise wird ein solcher Verstoß gegen den Ehrenkodex mit Missachtung bestraft. Im Falle Bradys allerdings könnten die Sportler diesmal eine Ausnahme machen. Wissen doch auch die Teamkollegen des Quarterbacks um das südamerikanische Temperament seiner Supermodel-Ehefrau.

Vor dem Spiel im Trikot des Liebsten

Schon vor dem großen Endspiel hatte Gisele eine E-Mail an ihre Freunde verschickt, in der sie um Gebete und Wünsche für ihren Liebsten bat. Sie gilt außerdem als ein sehr abergläubischer Fan, der in der Nacht vor einem Spiel immer im Trikot ihres Liebsten schläft - es soll ihm auf dem Spielfeld Glück bringen.

Dennoch, trotz all des Einsatzes: Bündchen hat nach ihrem verbalen Fauxpas in der VIP-Loge zunächst einmal ihren Ruf als "Yoko Ono der Supermodels" weg. Ono, John Lennons Witwe, wird bis heute nachgesagt, sie sei für die Aufsplittung der Beatles mitverantwortlich gewesen, weil sie sich ständig in die Angelegenheiten der Band eingemischt hatte.

Ein einflussreiches Paar

Bündchen wird nichts anderes übrigbleiben, so vermuten Football-Insider, als sich bei jedem einzelnen Spieler für ihre Kommentare, die zweifelsohne in der Hitze des Gefechts herausgerutscht waren, zu entschuldigen. Bündchen und Brady sind seit 2006 ein Paar und seit 2009 verheiratet. Sie haben einen gemeinsamen Sohn. Benjamin ist zwei Jahre alt. Im vergangenen Jahr listete das "Forbes Magazine" das Paar zum "most powerful duo". Nach Schätzungen von Forbes verdiente Bündchen mehr als 45 Millionen Dollar im vergangenen Jahr. Brady wollte dem Dollarregen da nicht nachstehen. Sein Verdienst der letzten zwölf Monate wird auf 31 Millionen Dollar geschätzt.

Frank Siering, Los Angeles
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