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Jackson-Party: "Ich bin ein Berliner"

Michael Jackson wird definitiv nicht zur Party seines Vaters in Berlin erscheinen. Aber die deutsche Hauptstadt darf trotzdem auf den "King of Pop" hoffen. Angeblich sucht Jackson ein Domizil im Grunewald.

Große Spannung in der Hauptstadt: Während politisch Interessierte der Neuwahl-Entscheidung des Bundespräsidenten harrten, warteten Fans auf Michael Jackson. Jedoch vergebens - der einstige King of Pop kommt nun doch nicht zur Geburtstagsfeier seines Vaters am Wochenende in Berlin. Leider könne er an der Party nicht teilnehmen, lässt er auf seiner offiziellen Website mitteilen. Er wünsche seinem Vater "Happy Birthday" und den Gästen viel Vergnügen. Sie müssen voraussichtlich auch auf Janet und La Toya verzichten.

Damit ist die Luft weitgehend raus aus einem seit Wochen mit gesteigertem Wirbel angekündigten Ereignis. Joseph "Joe" Jackson, der Vater des Musikerclans, feiert von Freitag bis Sonntag in Berlin seinen 76. Geburtstag. Zum Dank für die Unterstützung "Jackos", der erst kürzlich vor einem Gericht in Kalifornien vom Vorwurf des Kindesmissbrauchs freigesprochen worden war, durften sich zur Party am Freitagabend auch rund 1.000 Fans anmelden. Für einen "Unkostenbeitrag" von 20 Euro ist ihnen ein buntes Programm voller Überraschungen versprochen. Angekündigt war zunächst die ganze Familie Jackson.

Spekulation über weitere prominente Gäste

Von den insgesamt neun Kindern und 28 Enkeln sind nun immerhin Sohn Jermaine und Enkel Tariano präsent. Das mehrfach verschobene Erscheinen der prominenten Töchter Janet und La Toya fällt nach Michaels Absage ebenfalls ins Wasser. "Schon seit Tagen belagern die Medien das Hotel", klagt der Geschäftsführer der Firma PromEvent and Media, Ralf Seßelberg, als Sprecher der Familie zur Begründung. "So hatte sich die Familie die Geburtstagsfeier offensichtlich nicht vorgestellt." Gerätselt werden darf weiter darüber, welche sonstigen Prominenten zu der Fete kommen werden. In Zeitungen wird unter anderem über Mike Tyson, Paris Hilton, Diana Ross und sogar Liz Taylor spekuliert.

Fest steht immerhin eine Begegnung der anwesenden Jacksons mit dem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit, der sie zur Eintragung ins Gästebuch der Stadt im Rathaus begrüßen will. Schließlich ist Vater Jackson auch der Geschäfte wegen in Berlin: Hier will er einen Ableger der legendären Diskothek "Studio 54" eröffnen. Er ist mit der Finanzierungsgesellschaft Ricercar verbunden, die als Hauptsponsor der Geburtstagsparty auftritt und im Entertainment- wie Immobilien-Business tätig ist. Die Holding sitzt in Las Vegas, die durch Aufkauf einer Kasinobetriebsgesellschaft entstandene deutsche Tochter in Berlin.

"Definitiv kein PR-Gag"

Auch Michael Jackson, der nach überstandenem Missbrauchsprozess jetzt eine 48-Millionen-Dollar-Klage einer Finanzierungsgesellschaft wegen Vertragsbruchs am Hals hat, liebäugelt angeblich mit der deutschen Hauptstadt. Er wolle die USA verlassen und nach Europa umziehen, zitieren Zeitungen die Entourage des Vaters. In Berlin habe er sich verliebt, aber auch Potsdam sei eine Möglichkeit.

Den Verdacht, dass all die sorgfältig genährten Spekulationen Reklame für die im August in Deutschland erscheinende nächste CD Michael Jacksons seien, weisen die Öffentlichkeitsarbeiter empört zurück. "Nein, das ist definitiv kein PR-Gag", zitiere die "Berliner Morgenpost" einen Berater namens Shawn Andrews. So soll sich Joe Jackson bereits die Villa Kampffmeyer angesehen haben, in der früher der Schweizer Ex-Botschafter Thomas Borer mit Glamour-Gattin Shawne Fielding residierte.

Weniger glamourös ist der Ort der großen Jackson-Feier. Das Hotel Estrel liegt weitab der Society-Brennpunkte im Bezirk Neukölln und ist Tagungsort für Großveranstaltungen wie Parteitage und Ärztekongresse.

Susanne Ruhland/AP / AP