Jackson-Prozess "Ich werde freigesprochen"


Für Michael Jackson wird es ernst. Während er im Internet seine Unschuld beteuert, scheinen Beweise gegen ihn zu sprechen.

Vor dem Geschworenengericht in Santa Maria in Kalifornien beginnt heute der Prozess gegen Popstar Michael Jackson. In dem weltweit mit Spannung erwarteten Verfahren muss sich der 46 Jahre alte Sänger unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs, Freiheitsberaubung und Erpressung verantworten. Er soll im Frühjahr 2003 auf seiner Ranch einen damals 13 Jahre alten krebskranken Jungen missbraucht haben.

Schmutzige, bösartige Informationen

In einer am Sonntag verbreiteten Video-Botschaft auf seiner Web-Site wies Jackson die Vorwürfe indes zurück, er habe einem heute 15-jährigen Jungen Alkohol verabreicht und sexuelle Handlungen an ihm vorgenommen. "In den vergangenen Wochen ist eine ganze Menge an schmutzigen, bösartigen Informationen in den Medien über mich verbreitet worden", sagte Jackson. Der 46-Jährige trug ein glitzernd-türkisfarbenes Hemd mit offenem Kragen und blickte während der einminütigen Ansprache direkt in die Kamera. "Ich werde freigesprochen und rehabilitiert, wenn die Wahrheit ans Licht kommt", beteuerte Jackson. Ihm werden in zehn Anklagepunkten unzüchtige Handlungen, Kindesentführung, Erpressung und Freiheitsberaubung vorgeworfen. Sollte er verurteilt werden, drohen dem Popstar bis zu 20 Jahre Haft.

Der Prozess beginnt heute mit der Auswahl der Geschworenen. Der zuständige Richter Rodney Melville hatte am Freitag entschieden, dass Bücher, Magazine und auch DVDs in dem Fall als Beweismaterial herangezogen werden können. Die Polizei war bei der Durchsuchung des weitläufigen Anwesens Jacksons in Kalifornien im November 2003 auf entsprechendes Material gestoßen. Der Richter entschied zudem, dass eine TV-Dokumentation des britischen Senders BBC den Geschworenen als Beweismaterial gezeigt werden könne. In dem 2003 ausgestrahlten Bericht war Jackson Hand in Hand mit dem damals 13-jährigen Jungen zu sehen, der das Verfahren gegen den Musiker ins Rollen brachte.

DPA/Reuters DPA Reuters

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