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Jackson-Prozess: Angestellte entlasten Jackson

Zwei Hausangestellte von Michael Jackson haben im Missbrauchsprozess gegen den Popstar den Aussagen des möglichen Opfers widersprochen und Jackson damit entlastet.

Zahlreiche Zeugen haben am Montag die Glaubwürdigkeit der Familie, die Michael Jackson des Missbrauchs beschuldigt, in Zweifel gezogen. Ein Wärter auf der Neverland-Ranch gab vor der Jury in Santa Maria (Kalifornien) zu Protokoll, dass er den jugendlichen Beschuldiger und dessen jüngeren Brüder alleine in Jacksons Weinkeller erwischte. Ein Hausmädchen führte aus, dass sie in einem Gästezimmer in einem Rucksack des Bruders Sex-Zeitschriften entdeckte. Die Teenager hatten vor einigen Wochen im Zeugenstand behauptet, dass Jackson ihnen Alkohol servierte und anstößiges Material zeigte.

Die Verteidigung stellt die Kinder als ungezogene Lügner dar, die selbst auf Neverland Unsinn trieben und später mit ihrer Mutter die Vorwürfe gegen Jackson fabrizierten. Neben sexueller Belästigung wird dem 46-jährigen Sänger auch vorgeworfen, den Jungen mit Alkohol gefügig gemacht und dessen Familie gegen deren Willen auf seinem Neverland-Anwesen festgehalten zu haben.

Aussagen der Mutter bezweifelt

Bei Behandlungen in einer Zahnarztpraxis und einem Kosmetikstudio im Frühjahr 2003 habe die Mutter des Beschuldigers aber nicht den Eindruck erweckt, dass sie von Jackson und seinen Helfern gefangen gehalten wurde, attestierten weitere Zeugen. Die Familie hätte durchaus Gelegenheit gehabt, um Hilfe zu bitten oder die Arztpraxis aus freien Stücken zu verlassen, sagte eine Zahnärztin aus. Nach Angaben der "Los Angeles Times" wurde die Familie von einem Jackson- Mitarbeiter in die Ortschaft Solvang nahe der Neverland-Ranch begleitet.

Die Mutter des angeblichen Missbrauchopfers hatte vor wenigen Wochen ausgesagt, dass ihre Familie von Jacksons Mitarbeitern auf Schritt und Tritt verfolgt wurden. Eine Kosmetikern gab am Montag zu Protokoll, dass die Mutter ihr Studio für eine Enthaarungsbehandlung aufsuchte. Sie sei alleine erschienen und hätte das Geschäft jederzeit verlassen können, sagte die Zeugin.

Michael Jackson war "leichte Beute"

Der Verteidigung zufolge genoss die Familie bei ihren Aufenthalten auf Jacksons Neverland-Ranch alle Freiheiten. Die Mutter habe Jackson zunächst als Wohltäter gepriesen, sagte ein Hausmädchen. Dann habe sie plötzlich davon gesprochen, dass sie Hilfe bräuchte, um dem Anwesen zu entfliehen.

In der vergangenen Woche war Jackson von seinem früheren Anwalt Mark Geragos als "leichte Beute" für mögliche Kläger beschrieben worden. Die Mutter von Jacksons Beschuldiger sei ihm verdächtig vorgekommen, weil sie zuvor bereits Schadenersatzklagen gegen ein Warenhaus geführt habe, sagte Geragos. Er habe die Frau überwachen lassen, um ein mögliches "Verbrechen gegen meinen Klienten (Jackson)" zu verhüten. "Ich dachte, sie würden versuchen, ihn zu erpressen", gab Geragos zu Protokoll.

DPA / DPA