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Jackson-Prozess: Geschworenen-Suche beendet

Die Jury, die das Urteil über Michael Jackson sprechen wird, steht fest: Sein Schicksal liegt in den Händen von acht Frauen und vier Männern. Es wurde kein Afroamerikaner benannt, was für den Popstar ein Nachteil sein könnte.

Im Prozess wegen Kindesmissbrauchs gegen Popstar Michael Jackson sollen am Montag die Eröffnungsplädoyers beginnen. Diesen Termin setzte der zuständige Richter Rodney Melville in Santa Maria (US-Staat Kalifornien) fest. Zuvor war die Geschworenenauswahl mit der Berufung von acht Ersatzjuroren abgeschlossen worden. Sie sollen in einer festgelegten Reihenfolge einspringen, wenn einer der zwölf Hauptgeschworenen ausfällt.

Jackson wird beschuldigt, im Jahr 2003 einen damals 13-jährigen Jungen mehrfach sexuell missbraucht und durch Alkohol gefügig gemacht zu haben. Sein Schicksal liegt in den Händen von acht Frauen und vier Männern, die nach nur fünf Gerichtstagen am Mittwoch bestimmt worden waren. Während keiner der Hauptgeschworenen wie der Angeklagte afroamerikanisch ist, befindet sich nach Angaben der "Los Angeles Times" unter den Ersatzjuroren ein 19-jähriger Schwarzer. Er sei aber auf der Liste der potenziellen Nachrücker nur die Nummer sechs, so dass es als wenig wahrscheinlich galt, dass er zum Einsatz kommt.

Rechtsexperten hatten es als Nachteil für Jackson gewertet, dass kein Afroamerikaner in die Gruppe der Zwölf gewählt wurde. Zwei schwarze Kandidatinnen waren von der Staatsanwaltschaft abgelehnt worden, die wie die Verteidigung das Recht hatte, jeweils zehn Anwärter ohne Angabe von Gründen zurückzuweisen. Umfragen hatten zuvor ergeben, dass weniger Schwarze die Vorwürfe gegen Jackson für glaubwürdig halten als Angehörige anderer ethnischer Gruppen. Nummer eins unter den Ersatzgeschworen - vier Frauen und vier Männer - ist Medienberichten zufolge eine 81-jährige Witwe.

DPA / AP / AP / DPA