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Kronprinzessin Masako: Japans Hoffnung erholt sich langsam

Der Druck, einen männlichen Thronfolger zu gebären, war einfach zu groß. Die japanische Kronprinzessin Masako litt an einer geheimnisvollen Krankheit, zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Doch nun geht es zusehends bergauf.

Die japanische Kronprinzessin Masako erholt sich langsam von ihrer stressbedingten Erkrankung. Die Kronprinzessin, die am Freitag ihren 42. Geburtstag beging und seit einiger Zeit wieder gelegentlich in der Öffentlichkeit auftritt, ist jedoch nach Darstellung des Haushofamts noch nicht in der Lage, ihre offiziellen Verpflichtungen wieder regelmäßig auszuüben. "Ich werde versuchen, mich physisch und mental zu erholen, so dass ich schrittweise wieder meine Verpflichtungen aufnehmen kann", ließ die Frau von Kronprinz und Thronfolger Naruhito anlässlich ihres Geburtstages wissen.

In Japan halten sich seit langem Spekulationen, wonach der jahrelange Druck auf die Kronprinzessin, einen männlichen Thronfolger zu gebären, zu der Erkrankung der einst vitalen und selbstbewussten Karriere-Diplomatin maßgeblich beigetragen hat. Vor diesem Hintergrund hatte eine Beraterkommission der Regierung kürzlich empfohlen, Frauen und ihre Nachkommen auf den Thron zu lassen. Damit wird Kronprinzessin Masakos Tochter, die vor einigen Tagen vier Jahre alt gewordene Prinzessin Aiko, der Weg geebnet, eines Tages die erste Monarchin in Japan seit dem 18. Jahrhundert zu werden.

Masako leide an "Anpassungsstörung"

Kronprinzessin Masako habe darunter gelitten, dass sie nicht mehr Zeit mit ihrer Tochter verbringen könne, wurde der Hofmarschall des Kronprinzenhaushalts, Hideki Hayashida, am Freitag zitiert. Die Kronprinzessin, bei der im Juli 2004 eine "Anpassungsstörung" diagnostiziert worden war, wird weiterhin medizinisch behandelt und beraten. Allerdings hat sie in diesem Jahr wieder erste öffentliche Verpflichtungen wahrgenommen, darunter ein Besuch der Expo in Aichi im Juli. Ihr Mann hatte im vergangenen Jahr für Wirbel gesorgt, als er von "Bestrebungen" am Hofe gesprochen hatte, die Karriere und Persönlichkeit seiner Frau zu negieren. Masako sei "völlig erschöpft" vom jahrelangen Versuch, sich der Kaiserfamilie anzupassen.

DPA / DPA
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