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L'Oréal-Erbin Bettencourt: Milliardärin lehnt Idiotentest ab

Ist Liliane Bettencourt noch Herr ihrer selbst? Ihre Tochter bezweifelt dies und zog vor Gericht, hat die 86-jährige L'Oréal-Erbin doch einem Freund Geschenke in Milliardenhöhe gemacht. Doch die betagte Dame denkt nicht im Traum daran, sich von Ärzten auf ihren Geisteszustand untersuchen zu lassen.

Die wegen eines Milliardengeschenks an einen Künstler von der Tochter verklagte L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt will sich nicht von Ärzten auf ihren Geisteszustand untersuchen lassen. Wie am Donnerstag aus Ermittlerkreisen zu erfahren war, lehnten die Anwälte der 86-Jährigen einen entsprechenden Vorschlag der Staatsanwaltschaft erneut ab.

Bettencourt, die als reichste Frau der Welt gilt, hatte bereits im April ein Gutachten ihres Arztes vorgelegt, wonach sie im vollen Besitz ihrer geistigen Fähigkeiten ist. Der zuständige Staatsanwalt des Pariser Vororts Nanterre hatte vorgeschlagen, eine Ärztegruppe solle Bettencourt untersuchen. Dieser Gruppe sollte auch ihr eigener Arzt angehören. Sein weiteres Vorgehen nach der Ablehnung der Milliardärin war zunächst unklar.

Die Erbin des weltweit größten Kosmetikkonzerns Oréal hatte einem Freund, dem Promi-Fotografen und Schriftsteller François-Marie Banier, Geschenke im Wert von fast einer Milliarde Euro gemacht. Ihre Tochter, Françoise Bettencourt Meyers, reichte daraufhin im Dezember 2007 Klage ein. Sie macht geltend, ihre Mutter sei geistig nicht mehr ganz fit. Dem Fotografen wirft sie vor, er habe dies ausgenutzt, um sich Geschenke in Form von Kunstwerken, Lebensversicherungen und Geld zu erschleichen.

Bettencourt wies diese Vorwürfe als "idiotisch" zurück. Gemessen an ihrem Vermögen - das sich laut dem US-Magazin "Forbes" 2008 auf fast 18 Milliarden Euro belief - seien die Geschenke "nicht sehr teuer" gewesen. Nach ihrem Tod werde ihre Tochter alles erben, fügte sie hinzu. Im Übrigen sehe sie sie nicht mehr und habe dazu auch keine Lust.

AFP / AFP