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Adorf kritisiert Schweiger: "Dünnhäutig und motzig"

Til Schweiger will Flüchtlingen helfen. Schauspieler Mario Adorf findet das "großartig" - moniert aber, wie sein Kollege sich in der Situation verhält. Schweiger würde sich mit seinem "dünnhäutigen, motzigen Auftreten nicht beliebt machen".

Mario Adorf übt Kritik an Til Schweigers Umgang mit einem geplanten Flüchtlingsheim.

Mario Adorf übt Kritik an Til Schweigers Umgang mit einem geplanten Flüchtlingsheim

Der Schauspieler Mario Adorf, 84, hat seinen Kollegen Til Schweiger dessen Umgang mit seinem geplanten Flüchtlingsheim im Harz kritisiert. "Dass ein prominenter Künstler den Flüchtlingen helfen will, finde ich großartig. Til Schweiger hat aber leider die unglückliche Gabe, sich mit seinem dünnhäutigen, motzigen Auftreten nicht beliebt zu machen", sagte Adorf im Interview der "Stuttgarter Zeitung" (Dienstag).

Statt eine Welle der Sympathie zu erzeugen, führe Schweiger mit seinen Polemiken "nur zu neuen Polarisierungen". Damit rufe er jene fremdenfeindlichen Menschen auf den Plan, "die er eigentlich mundtot machen will". Schweiger plant im Harz eine Unterkunft für Flüchtlinge. Das Projekt ist jedoch ins Stocken geraten. 

  Zuletzt legte Schweiger für die Flüchtlingsaktion "Wir helfen" in einem Video eine Schweigerminute ein. Nach 60 Sekunden schweigen mit ernster Miene sagt der 51-Jährige: "Nicht reden, sondern helfen. Jetzt!"

Adorf hält es für "entsetzlich", dass in Deutschland Flüchtlingsheime brennen. Er habe es in den Jahren nach dem Krieg für ausgeschlossen gehalten, dass es hier jemals wieder Nazis geben könnte nach all den Morden an unschuldigen Menschen in Konzentrationslagern. "Leider hatte ich unrecht." 

kis / DPA