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Maurizio Zanfanti "Romeo von Rimini" verführte über 6000 Frauen - jetzt starb er beim Sex

Maurizio Zanfanti
Maurizio Zanfanti (hier ein Bild aus den 80ern) gab an, mit über 6000 Frauen geschlafen zu haben.
© Pasquale Bova / Picture Alliance
Seine Geschichte erinnert an eine längst vergessene Zeit. An das Italien der 60er und 70er Jahre, an die Zeit der Papagallos, die Touristinnen abschleppten. Nun ist der größte Vertreter dieser Ära verstorben. 

Es ist eine recht abgedroschene Phrase, doch auf niemanden passt sie wohl besser: Er starb, wie er gelebt hat. Maurizio Zanfanti, der "Romeo von Rimini" ist tot. Das Herz des 63-Jährigen versagte in der Nacht zu Mittwoch - ausgerechnet - beim Sex im Auto mit einer 23-jährigen Escortdame, wie "Rimini Today" berichtet.

Maurizio Zanfanti: Der "Romeo von Rimini"

In der italienischen Küstenstadt, die gleichbedeutend ist mit Legebatterie-ähnlichen Sonnenschirm-Anordnungen und Heerscharen an (meist deutschen) Touristen, war Zanfanti geradezu ein Mythos. Eigenen Erzählungen zufolge hatte der Italiener während seines Lebens mit über 6000 Frauen Sex. Vorzugsweise im Sommer, denn wenn in Rimini die Urlaubszeit anbrach, hatte auch der berühmteste Verführer Italiens Saison. 207 Frauen in nur einem Sommer, das war sein (zweifelhafter) Rekord.

Besonders deutsche Touristinnen hatten es dem Neuzeit-Casanovo angetan. "Warum mir die deutschen Frauen am liebsten sind? Ich glaube, es hat damit zu tun, dass sie von allen Nationen, die nach Rimini kommen, am romantischsten veranlagt sind. Oder dass sie bei ihren Männern zuhause keine Romantik mehr finden", erklärte er vor vielen Jahren in einem Interview.

Sein Spitzname war "Mücke"

Wie der 1,71 Meter große Gigolo die Frauen von sich überzeugte? "Ich bin von Natur aus sanft, dränge mich Frauen nicht auf, mache keine dummen Bemerkungen, wenn sie mir ihr Herz ausschütten wollen - ich zeige mich nicht gelangweilt wie ein Ehemann hinter seiner Zeitung, ich höre ihnen hingebungsvoll zu", verriet er. Sonderlich lange hatten die Damen aber nichts von Zanfanti. "Mücke" wurde er genannt, weil er zustach und dann verschwand.

Mit 17 Jahren begann seine Karriere in Rimini. Als Animateur und Promoter sollte er Touristinnen für die Diskothek "Blow Up" gewinnen, schnell wurde der Gigolo mit der Wallemähne und der braungebrannten Brust selbst zur Touristenattraktion von Rimini. Aus seinen vielen Liaisons blieben insgesamt neun Kinder von neun verschiedenen Frauen. Jedes verewigte "Zanza" mit einem Stern-Tattoo auf seinem Körper.

"Papagallos", die scharenweise Touristinnen in ihre Betten locken, sind für manche wohl Relikte einer längst überholten Zeit, in der Machos gefeiert und Frauenrechte nicht allzu wichtig genommen wurden. Andere wiederum sprechen den Casanovas der 60er, 70er und 80er Jahre eine ganz andere Bedeutung zu. Für sie sind Zanfanti und Co. Erfüllungsgehilfen der sexuellen Emanzipation der Frauen. 

Wie man es sieht, eines ist klar: "Mücke" ist sich bis zum Ende seines Lebens treu geblieben. 

ls

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