Michael Ballack 70.000 Euro Schmuggelstrafe


Er hatte es gut gemeint: 2000 Euro ließ Michael Ballack sich die Handtasche für Lebensgefährtin Simone kosten, ein Mitbringsel aus Dubai. Doch weil er vergaß, sie zu verzollen, muss er nun ein Bußgeld von 70.000 Euro berappen.

Eigentlich war das Strafgericht Landshut dem Nationalspieler bereits entgegengekommen: Bereits im Januar dieses Jahres war Michael Ballack, damals noch Fußballstar beim FC Bayern München, beim Einschmuggeln einer Handtasche erwischt worden. Doch die Verhandlung wegen Steuerhinterziehung ließ lange auf sich warten, immerhin wollte man den Fußballer nicht bei seiner WM-Vorbereitung stören. Nun ist die Weltmeisterschaft vorbei und auch das Verfahren gegen den Fußballer wurde eingestellt: Nach zähem Ringen hat Ballack ein Bußgeld von 70.000 Euro akzeptiert. Das sind allerdings 20.000 Euro mehr als vom Staatsanwalt zunächst gefordert. Das Amtsgericht Landshut stellte das Verfahren wegen Steuerhinterziehung daraufhin ein, wie Landgerichtspräsident Karl Wörle bestätigt.

Erhöhung wegen Widerspruchs

Der 29-jährige Fußballstar hatte im Januar bei einem Trainingslager des FC Bayern in Dubai für seine Lebensgefährtin Simone Lambe eine Handtasche für 2000 Euro gekauft und sie auf dem Münchner Flughafen beim Zoll nicht angemeldet. Wegen Hinterziehung von 350 Euro Einfuhrumsatzsteuer und Zoll leitete die Staatsanwaltschaft Landshut ein Verfahren ein, bot aber gleich die Einstellung gegen 50.000 Euro Geldauflage an. Ballack widersprach und legte auch gegen einen Strafbefehl des Amtsgerichts über 60.000 Euro Einspruch ein.

Erst zwei Tage vor dem Prozess in Landshut erklärte sich sein Anwalt dann doch mit einer Geldauflage von zwölf Tagessätzen zu je 5000 Euro einverstanden. Die Erhöhung erklärte der Richter damit, dass das strafmildernde Geständnis mit dem Einspruch entfallen sei. Jetzt muss Ballack 65.000 Euro an gemeinnützige Einrichtungen zahlen, 5000 kassiert der Fiskus für die Verfahrenskosten. Michael Ballack verdient beim Londoner Fußballclub Chelsea etwa 6,75 Millionen Euro im Jahr.

pie/AP AP

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