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Michael Jackson: Richter verzögert Jackson-Prozess

Im Verfahren gegen Michael Jackson hat der Richter die erste Anhörung zu konkreten Vorwürfen des mehrfachen Kindesmissbrauchs verzögert.

Im Verfahren gegen Popstar Michael Jackson hat der Richter am Freitag die erste Anhörung zu konkreten Vorwürfen des mehrfachen Kindesmissbrauchs verzögert. Er gewährte der Jackson-Verteidigung einen Aufschub bis zum 2. April. Anwalt Mark Geragos hatte mehr Zeit verlangt, um die rund 400 Seiten umfassenden Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zu studieren. Derweil soll Jackson angesichts enormer Prozesskosten und eines ausschweifenden Lebensstils in eine finanzielle Zwangslage gekommen sein. Sein Manager dementierte allerdings Medienberichte, wonach der Star Millionen-Kredite nicht zurückzahlen könne.

Erst nachdem Verteidigung und Staatsanwaltschaft am 2. April erneut zusammengekommen sind, will Richter Rodney Melville nun über ein Datum für die Anhörung zu den einzelnen Anklagepunkten entscheiden. Dabei muss dann Staatsanwalt Tom Sneddon die Grundzüge seiner Beweisführung darlegen, und die Verteidigung kann ihre Gegenargumentation erläutern. Der Richter muss dann entscheiden, ob die Eröffnung eines Hauptverfahrens gegen Jackson sinnvoll erscheint. Melville erklärte, er halte eine Prozesseröffnung kaum vor Ende des Jahres für denkbar.

Nach Einschätzung von US-Kommentatoren wollen Jacksons Staranwälte den Sinn eines Prozesses in Frage stellen. «Sie werden das mutmaßliche Beweismaterial zerpflücken und als unzureichend darstellen», sagte ein Justizexperte des Senders CNN. Alles deute darauf hin, dass die Verteidiger das mutmaßliche Opfer des Popstars sowie dessen Familie als unglaubwürdig darzustellen versuchten.

Der Richter entschied auch, dass Dokumente der Polizei und der Staatsanwaltschaft hinsichtlich der Durchsuchung der Jackson-Ranch im vergangenen Jahr nicht unzensiert veröffentlicht werden dürfen. Die Medien sollen Kopien mit Schwärzungen von Passagen, die Persönlichkeitsrechte berühren, in der kommenden Woche bekommen können.

Jackson blieb dem Termin im Gericht in Santa Maria (Kalifornien) mit Genehmigung des Richters fern. Er hatte sich am 16. Januar bei seinem ersten Erscheinen vor Gericht nicht schuldig bekannt. Im Gegensatz zu diesem Termin, bei dem tausende Fans in Santa Maria ihre Unterstützung für Jackson demonstrierten, hielt sich der Medienrummel diesmal in Grenzen.

Unmittelbar vor dem Gerichtstermin berichteten US-Medien, der einstige «King of Pop» könne einen Kredit der Bank of America in Höhe von 70 Millionen Dollar (rund 55 Millionen Euro) nicht zurückzahlen. Jacksons Manager Charles Koppelman widersprach den Berichten. Es stünden derzeit keine Kreditrückzahlungen an, erklärte er.

Demgegenüber sagte der Geschäftsmann Al Malnik dem «Miami Herald», er sei derzeit im Auftrag Jacksons um einen Aufschub des Rückzahlungstermins für den Millionenkredit bemüht. Zuvor hatte die «New York Times» berichtet, die Bank of America wolle zur Sicherung der Jackson-Schulden unter anderem dessen Millionen schwere Rechte an den Beatles-Songs pfänden lassen.