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Miss California Carrie Prejean: Wirbel um aufgetauchte Aktfotos

Abwertende Äußerungen über Homosexuelle, gesponsorte Brustvergrößerung und nun auch noch Oben-ohne-Fotos: Carrie Prejean, Zweitplatzierte der Wahl zur Miss USA 2009, tritt von einem Fettnäpfchen ins nächste.

Der Blick geht über die rechte Schulter, das lange blonde Haar fällt offen über den Rücken, der rechte Arm verdeckt spärlich die nackte Brust. Es ist ein Foto wie sie zu Hunderten im Internet kursieren. Allein, die Dame, die sich im knappen rosa Slip und oben ohne ablichten ließ, ist Carrie Prejean, amtierende Miss California und Zweitplatzierte bei der diesjährigen Wahl zur Miss USA.

Von der eigentlichen Miss USA, Kristen Dalton, redet zurzeit niemand. Stattdessen beherrscht die 22-jährige Studentin aus Vista, Kalifornien, die Schlagzeilen. Jüngster Skandal: ein Oben-ohne-Foto, zuerst veröffentlicht im US-Blog "thedirty.com" und später von US-Medien verbreitet, die Prejean nun an den Pranger stellen. Für ihre Teilnahme an der Wahl zur Miss California musste Prejean einen zwölfseitigen Vertrag unterzeichnen. Der sieht unter anderem vor, dass sich eine amtierende Schönheitskönigin gemäß "den höchsten ethischen und moralischen Standards" zu verhalten habe. Bikini- oder Nacktfotos, so steht es klar im Reglement, passen nicht zu einem Mädchen, das sein Land repräsentieren soll. Schon gar nicht, wenn es sich dabei um die USA handelt, wo 55 Prozent der Bewohner angeben "sehr religiös" zu sein und Teenie-Idole wie Miley Cyrus oder Zac Efron öffentlich Enthaltsamkeit predigen.

Prejean beteuert zwar öffentlich, streng gläubige Christin zu sein, ließ sich aber dennoch im Alter von 17 Jahren barbusig ablichten. Dafür muss sie nun jeden Menge Kritik einstecken - und um ihren um ihren Titel der Miss California bangen. Die Organisatoren des Schönheitswettbewerbs zeigen wenig Verständnis und erwägen, die Studentin wegen Vertragsbruch zu verklagen. Damit ist auch ihr Titel als Vize Miss USA in Gefahr.

Prejean geht in die Offensive und verteidigt die Aufnahme als Jungensünde. Prejeans Sprecher bemühte sich gegenüber dem Internetdienst "tmz.com" um Schadensbegrenzung und gab folgendes Statement ab: "Das Foto entstand vor ein paar Jahren als Carrie mit ihrer Modelkarriere begann. Sie war naiv und ließ sich von einem Agenten zu dieser Aufnahme überreden. Man erzählte ihr, sie hätte Chancen, als Model für die Unterwäschemarke Victoria's Secret zu arbeiten. Sie hat längst begriffen, dass das eine Lüge und das Foto ein Fehler war."

Bereits bei ihrem Auftritt während der Miss USA Wahl hatte Prejean für Wirbel gesorgt. Im Gespräch mit Moderator und Promi-Blogger Perez Hilton, selbst bekennender Homosexueller, lehnte die Blondine die sogenannte Home-Ehe ab. "Ich denke, dass es eine Ehe nur zwischen Mann und Frau geben sollte", sagte Prejean. Daraufhin beschimpfte Hilton die 22-Jährige in seinem Blog als "dämlich" und "hirnlos". Gut drei Wochen später wurde bekannt, dass sich Prejean vor ihrer Teilnahme an der Wahl zur Miss USA die Brüste vergrößern ließ. Das Geld für die Operation kam zum Teil von den Organisatoren der Miss California Wahl. Keith Lewis, Vize-Chef des Schönheitswettbewerbs, verteidigte den Eingriff. "Das war eine persönliche Entscheidung. Wir hätten sie nie aufgefordert diesen Weg einzuschlagen", sagte Lewis im Interview mit dem Sender CBS. Ob Prejean ihren Titel behalten darf, ist noch offen.

Es ist nicht das erste Mal, dass nach einer Misswahl freizügige Bilder einer Kandidatin auftauchen. 2007 stolperte die damalige Miss France, Valérie Bègue, über Bikinifotos, die nach ihrer Wahl in der Zeitschrift "Entrevue" abgedruckt wurden. Bègue durfte zwar ihren Titel behalten, nicht jedoch an weiteren internationalen Wettbewerben teilnehmen.

jum
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