Nach verpfuschtem Eingriff
Ruth Moschner kämpft gegen Schönheitsklinik

Ruth Moschners neues Buch „Die Fuck-it-List-Challenge“ erscheint am 1. Juni.
Ruth Moschners neues Buch „Die Fuck-it-List-Challenge“ erscheint am 1. Juni.
© Bernd Jaworek

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Moderatorin Ruth Moschner kämpft nach einer misslungenen Behandlung gegen eine Schönheitsklinik, wie sie im Interview verrät.

TV-Star Ruth Moschner (50) kämpft nach einem verpfuschten Eingriff gegen eine Schönheitsklinik. Das verrät die Moderatorin im Interview mit spot on news zu ihrem neuen Buch "Die Fuck-it-List-Challenge" (1.6., Knaur Verlag). Darin berichtet sie, dass sie sich in jüngeren Jahren die sogenannten Reiterhosen absaugen ließ: "Heute würde man das Ganze wahrscheinlich als Lipödem diagnostizieren."

25 Jahre später folgten drei erneute Behandlungen der Beine, dieses Mal per Radiofrequenz-Microneedling: "Jede Behandlung kostet etwa 600 Euro, und die Ergebnisse lassen auf sich warten. In meinem Fall kamen sie nicht nur nicht, sondern meine Hautoberfläche und mein Unterhautfettgewebe wurden beschädigt. Ich hatte mir also für schlappe 1.800 Euro ein paar wirklich gut gelungene Extradellen auf den Beinen gegönnt."

Über die Folgen sagt Moschner im Interview: "Ich befinde mich immer noch mittendrin im Prozess. Was mich am meisten entsetzt, ist das Verhalten der renommierten Schönheitsklinik." Bei der Nachuntersuchung sei noch alles zugegeben worden, "und dann kam ein Schreiben, dass das Ergebnis wohl aufgrund meines Alters, eventuellen Gewichtsverlustes oder der Liposuktion vor 25 Jahren so geworden sei. Guter Witz. Im Prinzip beleidigen sie damit ihre Hauptzielgruppe". Dazu komme, so die 50-Jährige weiter, "dass meine Patientenakte nicht freiwillig, sondern nur per Gerichtsbeschluss übergeben wurde". Sie habe einen sehr guten Fachanwalt, der sie hier vertrete. Und sie sei mit guten Ärztinnen aus Dermatologie und ästhetischer Medizin im Austausch. "Inzwischen weiß ich, nicht nur die Behandlung wurde falsch durchgeführt, auch die Aufklärung war mangelhaft."

Moschner fügt hinzu: "Was mich jedoch am meisten entsetzt, ist, dass hier keine Verantwortung für einen offensichtlichen Fehler übernommen wird. Je mehr ich dazu recherchiere, bekomme ich den Eindruck, dass solche Institute sich darauf verlassen, dass Opfer verpfuschter Eingriffe sich zu sehr schämen, damit an die Öffentlichkeit zu gehen. Also, wenn es zum Prozess kommt, lade ich alle herzlich dazu ein. Mir ist es inzwischen ein Anliegen, darüber aufzuklären, dass das alles nicht so harmlos ist, wie es immer verkauft wird."

"Die 'Fuck-it-List' ist wie eine große Schwester"

Mit ihrem neuen Buch "Die Fuck-it-List-Challenge" will Ruth Moschner die Leserinnen und Leser dazu inspirieren, Gewohnheiten liebevoll zu hinterfragen und alte Glaubenssätze loszulassen. "Wenn man mit dem Ende konfrontiert wird, egal, ob das Menschen aus der Öffentlichkeit sind, oder Bekannte, Freundinnen und Freunde, ist das für mich stets eine Erinnerung ans Leben", erklärt die Autorin: "Die zentrale Frage des Buches ist also die, die mich immer schon bewegt: Wenn Du noch 100 Tage zu leben hättest, was würdest Du lassen und wieso lässt Du es nicht sofort?"

Sie habe 2022 den Podcast "Sick of it" von Franziska Knost gehört: "Hier nimmt sie die Zuhörenden mit in die letzten Wochen ihres Lebens. Sie erzählte, dass sie keine To-Do-Liste mehr hat, sondern eher Dinge weglässt. Das hat mich erneut dazu inspiriert, mein Leben dahingehend zu überprüfen". Außerdem habe Moschner irgendwann festgestellt, wie sie weiter erzählt, "dass ich ziemlich coole Leute kenne, deren Perspektiven mein Leben schon immer bereichern. Und das möchte ich gerne teilen. Die 'Fuck-it-List' ist wie eine große Schwester, ein Kinderbuch für Erwachsene voller Kraft und Motivation".

"Bei Ehe und Kinderkriegen war mir früh klar, dass das nichts für mich ist"

Auf die Frage, was sie beim Schreiben über sich selbst gelernt hat, sagt Ruth Moschner: "Ich habe mich früher oft gefragt, wie ich möglichst schnell und effektiv an mein Ziel komme. Und wenn ich das erreicht hatte, kam das nächste Projekt. Ich frage mich heute viel öfter, warum ich überhaupt dieses Ziel erreichen möchte? Ist das wirklich MEIN Wunsch oder steckt eine gesellschaftliche Struktur dahinter? Betrachtet man das Ganze intersektional, den Part hat die systemische Therapeutin Sarah Henry übernommen, können wir noch viel mehr an Geschichte und System entlarven. Sich das nochmal vor Augen zu führen, motiviert mich sehr, Veränderungen zu unterstützen. Schritt für Schritt."

Mit dem zentralen Thema des Buches, welche alten Strukturen, Prinzipien und Selbstoptimierungsprojekte man aus seinem Leben streichen kann, beschäftigt sie sich schon lange: "Ehrlich gesagt, erinnere ich mich an keine Zeit, in der das kein Thema war. Zum Glück hatte ich bei vielen Themen einen guten Instinkt und wusste, wenn etwas nicht stimmte. Beim Thema Ehe und Kinderkriegen war mir zum Beispiel schon sehr früh klar, dass das nichts für mich ist. Aber was den Körperkrieg mit mir selbst und der kapitalistischen Gesellschaft angeht, habe ich eine lange Geschichte hinter mir."

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