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Regisseur und Autor Thomas Harlan mit 81 Jahren gestorben


Der Regisseur Thomas Harlan, Sohn von Veit Harlan, ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Er sei bereits am Samstag in einem Lungensanatorium bei Berchtesgaden einer langen Krankheit erlegen, bestätigte sein langjähriger Lektor Wolfgang Körner am Montag in Berlin.

Der Autor und Filmemacher Thomas Harlan, Sohn von "Jud Süß"-Regisseur Veit Harlan, ist im Alter von 81 Jahren gestorben. Die Auseinandersetzung mit seinem Vater und den Gräueln der Nazizeit war das bestimmende Thema seines Lebens. Für Aufsehen sorgte sein Film "Wundkanal" (1984), in dem er einen Nazi- Mörder einem schonungslosen Verhör auslieferte.

Thomas Harlan sei bereits am Samstag in einem Lungensanatorium bei Berchtesgaden einer langen Krankheit erlegen, bestätigte sein früherer Lektor Wolfgang Körner (Galiani Verlag) am Montag in Berlin. Der gebürtige Berliner hatte seit 2001 dort gelebt. Zu seinen bekanntesten Büchern gehören die Romane "Rosa" (2000) und "Heldenfriedhof" (2006), in denen es ebenfalls um die Aufarbeitung der NS-Zeit geht.

Bis zuletzt arbeitete Harlan an einem Buch über seinen Vater, der als Meisterregisseur des "Dritten Reichs" für antisemitische Propagandafilme verantwortlich war. Er selbst lebte nach dem Krieg lange in Frankreich und hatte Kontakte zu Kommunisten und Freiheitsbewegungen in aller Welt.

Anfang der 60er Jahre trug er durch Archivrecherchen in Polen, Frankreich und der Sowjetunion zu mehr als 2000 Anklagen gegen ehemalige Kriegsverbrecher bei. Ein Motiv für seine Arbeit sei die Unfassbarkeit gewesen, dass es in Deutschland möglich war, folgenlos und unbeschadet "Millionen von Menschen abzuschaffen", sagte er einmal.

DPA DPA

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