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RTL-Jahresrückblick: Riskanter zweiter Aufschlag - so redet Boris Becker seine Misere schön

Seit Wochen redet Boris Becker in den Medien seine finanzielle Lage schön. Beim RTL-Jahresrückblick unternahm er einen neuen Versuch - und bediente sich zahlreicher Tennis-Metaphern.

Lilly und Boris Becker

Es ist eine Unart geworden, dass heutzutage fast jeder, von Politiker bis Promi, in Fußball-Metaphern redet. Da liegt man zur Halbzeit zurück, befindet sich der Ball im gegnerischen Spielfeld, muss der Elfmeter nur noch verwandelt werden. Und natürlich dauert das Spiel 90 Minuten.

Boris Becker ist da eine wohltuende Abwechslung. Der Fan von Bayern München und dem FC Chelsea kommt ganz ohne Analogien aus der Fußballwelt aus. Er hat jedoch eine andere Manie: Er redet zwanghaft in Tennis-Metaphern. Am Sonntagabend gab der dreifache Wimbledon-Sieger beim RTL-Jahresrückblick "2017! Menschen, Bilder, Emotionen" eine Kostprobe.  

Boris Becker

Boris Becker im Gespräch mit Günther Jauch

Aufschlag, Doppelfehler, Niederlage

"Den einen oder anderen Doppelfehler habe ich gemacht, man konnte den auch nachlesen" sagte Becker im Gespräch mit Günther Jauch. "Aber ich bin ein Mensch, der offensiv ins Leben geht, der offensiv ans Netz gesprungen ist, der den zweiten Aufschlag riskant an die Linie gespielt hat. Manchmal geht er eben ins Aus, aber grundsätzlich bin ich damit gut gefahren. Ich habe mehr Spiele gewonnen als verloren. Hier und da musste ich aber auch eine Niederlage einstecken, das ist klar.“

So lässt sich die Misere natürlich auch ausdrücken. Man spielt riskant, geht ans Netz, verliert auch mal - da kann es passieren, das das komplette Vermögen verloren geht. Aber keine Sorge, der nächste Aufschlag kommt bestimmt.

"Die Marke Boris Becker lebt"

Es war schon traurig, wie Boris Becker am Sonntagabend einmal mehr versuchte, sein finanzielles Debakel schönzureden. Denn als Zuschauer mag man dabei keine Häme empfinden. Der Leimener ist einer der größten Sporthelden, die das Land je hervorgebracht hat. Und ein sympathischer Mensch dazu. Niemand wünscht so jemandem Schlechtes.

Doch es wirkt leider nicht so, als habe Becker erkannt, in welchem Schlamassel er steckt. "Meiner Firma geht’s gut, ich bin sehr beschäftigt. Die Marke Boris Becker lebt", sagt Becker gebetsmühlenartig, seit Wochen ist das sein Mantra.

Günther Jauch wollte nicht zu kritisch nachhaken. Als Menschenfreund wird auch er mitgelitten haben.

che