Rudolph Moshammer Das tragische Ende eines Doppellebens


Der Münchener Modeschöpfer Rudolph Moshammer ist ermordet worden. Mit einem Kabel um den Hals wurde er am Morgen des 14.01.2005 von seinem Chauffeur in seiner Villa gefunden worden.

Rudolph Moshammer lebte ein Doppelleben. Der Münchner Modemacher liebte zwar medienwirksame öffentliche Auftritte, doch privat muss er ein einsamer Mensch gewesen sein. Denn der 64- Jährige bekannte sich nicht zu seiner Homosexualität, auch wenn dazu manches gemunkelt wurde. Und so suchte er im Verborgenen und gegen Bezahlung Körperkontakt und Sex mit Männern. Das tat er auch am Abend des 13. Januar 2005: Er fuhr in der Nacht durch die Stadt und suchte nach einem Sexpartner. Kurz vor Mitternacht sprach er den 25 Jahre alten Iraker Herisch A. an. Moshammer nahm den Fremden mit in seine Villa nach Grünwald. Dort nahm das Verhängnis seinen Lauf. Herisch A. hat den Modezar im Streit um die Zahlung des vereinbarten Liebeslohns erdrosselt.

München war über die Nachricht des Todes von Moshammer entsetzt. Zunächst tappte die Polizei auf der Suche nach dem Täter im Dunkeln. Dann ging alles sehr schnell. Gegen 18.00 Uhr am Samstag dem 15. Januar 2005, einen Tag nach der Tat, spuckte der Polizeicomputer den Namen des Tatverdächtigen aus. Vier Stunden später wurde der 25 Jahre alte Iraker als mutmaßlicher Mörder von Rudolph Moshammer in München festgenommen. Als der Beschuldigte in seine Wohnung zurückkam, lag längst ein Spezialeinsatzkommando der Polizei auf der Lauer und griff zu. Gut drei Stunden später legte Herisch A. ein Geständnis ab. Er wurde durch einen DNA- Abgleich mit Tatortspuren als Täter identifiziert.

Ins Polizeipräsidium gebracht, leugnet der 25-Jährige zunächst hartnäckig die Tat. Doch dann gibt er auf: Moshammer habe mit seinem Rolls Royce am Donnerstagabend, dem 13. Januar 2005, kurz vor Mitternacht am Münchner Hauptbahnhof angehalten, das Fenster runtergelassen und ihn angesprochen, sagte der 25-Jährige. Moshammer habe ihm 2000 Euro für sexuelle Handlungen angeboten, da sei er zu ihm in den Wagen gestiegen und mit nach Grünwald gefahren.

Doch dann gab es Streit. Moshammer habe ihm den vereinbarten Liebeslohn nicht zahlen wollen, sondern gedroht, ihn hinauszuwerfen und die Polizei zu rufen. Da packte der junge Mann ein Elektrokabel, schlang es seinem Opfer um den Hals und erdrosselte den 64-Jährigen.

Trauerfreier wie ein Staatsbegräbnis

Der ermordete Modemacher wurde am 22. Januar in einer pompösen Trauerzeremonie zu Grabe getragen. In der Allerheiligen-Hofkirche, dem Gotteshaus der bayerischen Könige, fand die Trauerfeier unter großer Anteilnahme der Münchner Bevölkerung statt.

Als Haupterben hat der Modeschöpfer seinen langjährigen Geschäftspartner, den Immobilienhändler Walter Käßmeyer eingesetzt. Der 76-Jährige soll das auf mehrere Millionen Euro geschätzte Erbe im Sinne Moshammers verteilen. Der Erbe schloss daraufhin das Geschäft in München für immer.

Mord-Prozess im November

Im Prozess um den Tod des Modeschöpfers Rudolph Moshammer hat das Münchener Schwurgericht den angeklagten Herisch A. am 21.11.2005 zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Verteidigung hatte auf Totschlag plädiert und Revision angekündigt. "Sie haben heimtückisch, aus Habgier und zur Ermöglichung eines Raubes getötet", sagte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl in der Urteilsbegründung. Zudem stellte er eine besondere Schwere der Schuld fest, was eine vorzeitige Haftentlassung bereits nach 15 Jahren verhindert. Damit entsprach das Gericht dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft.


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