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Rückkehr einer Designerin: Jil Sander steigt wieder bei Jil Sander ein

Designerin Jil Sander will es noch einmal wissen und gibt ihr zweites Comeback: Die erfolgreiche Designerin steigt als Kreativdirektorin wieder in ihr Unternehmen ein. Die Firma jubelt.

Sie gilt als "Queen of Less" und ist weltweit für ihre elegante und zeitlose Mode bekannt: Rund acht Jahre nach ihrem Rückzug aus der eigenen Firma ist Jil Sander zurück. Die kühle und souveräne Hanseatin erfüllt damit die jahrelangen Hoffnungen der Branche auf ein zweites Comeback, nachdem sie 2002 schon einmal das Handtuch geworfen hatte und danach wieder zurückgekehrt war. "Es fühlt sich so an, als würde ich nach einer kurzen Reise wieder nach Hause kommen", sagte Sander. "Es ist fast zu gut, um wahr zu sein", stimmte Jil Sander-Geschäftsführer Alessandro Cremonesi ein.

Die Marke sei "ihrem Wesen tief verbunden" und Sanders "Traum von raffinierter, kompromisslos moderner Mode so frisch wie am ersten Tag".

Der Augenblick sei denkbar günstig. "Die Modewelt braucht klare Handschriften und authentische Stimmen. Ich werde mein Bestes tun, in diesem Chor wieder dabei zu sein." Die zierliche Hamburger Designerin steht für schlichte und pure Eleganz, einen perfekten Schnitt und gerade Linien.

Jil Sander braucht Jil Sander

Ende der 90er Jahre war die Hanseatin bereits auf dem Gipfel ihres Ruhmes angelangt. Sander entschloss sich, einen Partner ins Boot zu holen, und verkaufte im September 1999 die Aktienmehrheit an die italienische Prada-Gruppe. Doch die Zusammenarbeit scheiterte und schon wenige Monate nach dem Verkauf stieg sie aus. Jil Sander ohne Jil Sander funktionierte jedoch mehr schlecht als recht. Und so holte Prada sie drei Jahre später zurück. Doch 2004 verließ Sander die Firma erneut und gut ein Jahr später verkaufte Prada die Marke wieder. 2008 übernahm das japanische Modeunternehmen Onward die Modefirma Jil Sander, die in der Zwischenzeit in der Branche einiges von ihrem Glanz verloren hatte.

Sanders Rückkehr sei ein bewegender Moment, betonte Cremonesi. "Die Bedeutung, die ihre Leidenschaft und visionäre Kraft für die Zukunft unseres Unternehmens haben, ist gar nicht hoch genug einzuschätzen."

Der bisherige Kreativdirektor Raf Simons tritt zum 27. Februar ab. Er war seit Juli 2005 Kreativdirektor der Marke. Medienberichten zufolge soll Simons als neuer Designer des französischen Modehauses Dior im Gespräch sein. Die Marke sucht nach dem Rauswurf von John Galliano 2011 einen Modechef. Das Haus wollte sich dazu zunächst nicht äußern.

tmm/DPA / DPA
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