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Nach dreieinhalb Jahren: Designer Raf Simons verlässt Dior

Diese Nachricht versetzt die Modewelt in Schockstarre: Raf Simons verlässt das französische Modehaus Dior. Er werde seinen Vertrag aus persönlichen Gründen nicht erneuern, teilte der 47-Jährige mit.

Raf Simons

Raf Simons in einer Szene aus dem Kinofilm "Dior and I"

Stardesigner Raf Simons verlässt überraschend nach nur dreieinhalb Jahren das Pariser Modehaus Dior. Simons werde seinen Vertrag aus persönlichen Gründen nicht erneuern, heißt es in einem Statement. Der Belgier war seit April 2012 als künstlerischer Direktor für die Damen-Kollektionen zuständig. Er habe die Entscheidung nach langen Überlegungen getroffen, wurde Simons in der Mitteilung zitiert. Er wolle sich nun mehr auf seine eigene Marke und Interessen jenseits der Arbeit konzentrieren. Seit 1995 betreibt Simons seine gleichnamige Herren-Modemarke.

Die Anfang des Monats bei der Pariser Fashion Week vorgestellte Dior-Kollektion für Frühjahr/Sommer 2016 war damit Simons letzte. Der Vorstandschef des Luxusgüterkonzerns LVMH, Bernard Arnault, und Dior-Geschäftsführer Sidney Toledano dankten ihm für seinen "außergewöhnlichen Beitrag".

 Simons war Nachfolger des Briten John Galliano, der nach antisemitischen Pöbeleien entlassen worden war. Der 47-Jährige Belgier gilt in der Branche als Modernisierer und hat das Label Dior von seinem angestaubten Image befreit - nicht zuletzt, weil er junge Stars wie Sängerin Rihanna oder Schauspielerin Jennifer Lawrence als Werbegesichter verpflichtete. 2014 würdigte sogar ein Dokumentarfilm die Arbeit Simons: "Dior and I", so der Titel, zeigt den Designer bei den Vorbereitungen seiner ersten Haute-Couture-Kollektion im Jahr 2012.

Vor seinem Engagement für Dior arbeitet Simons sieben Jahre als Kreativdirektor für die Marke Jil Sander und wurde auch dort für seine modernen Entwürfe gefeiert. Wer Simons Nachfolge bei Dior antreten wird, ist noch nicht bekannt. Die britische "Vogue" spekuliert, Riccardo Tisci, aktuell Kreativdirektor beim französischen Label Givenchy, könne den Posten übernehmen. Auf jeden Fall muss schnell ein Ersatz gefunden werden, denn bereits im Januar finden die nächsten Haute-Couture-Schauen statt.

jum/DPA