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TERROR IN DEN USA: New York: Die Stadt, die niemals schlief

Frank Sinatra besang New York einst als die Stadt, die niemals schläft. Doch nach dem verheerenden Anschlag auf das World Trade Center herrscht im »Big Apple« Totenstille.

Frank Sinatra besang New York einst als die Stadt, die niemals schläft. Doch seit dem verheerenden Anschlag auf das World Trade Center herrscht im »Big Apple« Totenstille. Nur wenige Menschen sind im Stadtteil Manhattan unterwegs, wo sich sonst Tausende bis spät in die Nacht tummeln. Gewöhnlich fließt der Verkehr auf den Straßen der Metropole in einem steten Strom, der niemals nachlässt. Doch jetzt fahren nur Rettungsfahrzeuge und wenige Taxis. Lastwagen bringen in Konvois Kräne, Bagger und Planierraupen an die Südspitze Manhattans, wo das World Trade Center nach dem Terroranschlag mit zwei Passagierflugzeugen zusammengestürzt ist und tausende von Menschen unter seinen Trümmern begrub.

Gespenstische Stille im Herzen der Stadt

Wer in der Nacht unterwegs ist, starrt meist in Bars und Schaufenster, wo die Bilder von dem Angriff über die Bildschirme flackern. Wieder und wieder rasen die Flugzeuge in den Wolkenkratzer, wieder und wieder ist zu sehen, wie die Zwillingstürme des Gebäudes in sich zusammenfallen und das Chaos ausbricht. Manche Passanten telefonieren mit Freunden und Verwandten. »Das einzige Geräusch auf der Straße ist das Brummen der Generatoren, die die Lampen mit Strom versorgen, um den Rettungshelfern die Arbeit zu ermöglichen«, so eine Reporterin des Fernsehsenders »New York 1«, die nach eigenen Angaben so nah an den Unglücksort heran gekommen ist, wie es nur geht.

Einige der Menschen, die sich im Morgengrauen auf die Straßen wagen, sind auf der Suche nach vermissten Freunden und Verwandten. »Es ist eine Katastrophe. Es ist ein Albtraum. Ich kann noch immer nicht glauben, dass es wahr ist«, sagt Luca Racanelli, der hofft Informationen über den Verbleib seines Schwagers zu erhalten.

Der Südteil Manhattans ist menschenleer – an Arbeit denkt keiner

Der Times Square, auf dem normalerweise Theaterbesucher, Touristen, Obdachlose und Drogenhändler die Nacht zum Tage machen, war schon am Dienstagabend wie ausgestorben. Büroangestellte haben das Stadtzentrum nach dem Anschlag verlassen und sind zu ihren Familien zurückgekehrt. Die öffentlichen Verkehrsmittel haben ihre Fahrten aus der Stadt zu keiner Zeit eingestellt. Inzwischen gibt es auch wieder einige Möglichkeiten nach Manhattan hinein zu kommen. New Yorks Bürgermeister Rudolph Giuliani möchte jedoch, dass nur die kommen, deren Arbeit unerlässlich ist. Der zum Großteil evakuierte Süden Manhattans bleibt ganz geschlossen.

Das Empire State Building bleibt geschlossen

Der Terroranschlag traf das Herz des New Yorker Finanzdistrikts. Er zerstörte Gebäude, in denen rund 40.000 Menschen arbeiteten. Fast jeder ist auf irgendeine Art und Weise von der Katastrophe betroffen. Die Schulen blieben am Mittwoch geschlossen, auf den Flughäfen sollte der Verkehr bis zum Mittag ruhen. Auch das Empire State Building, das nach dem Einsturz des bislang höchsten Gebäudes der Stadt plötzlich gewachsen zu sein scheint, war einen Tag nach dem Anschlag nicht wieder geöffnet.