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Thomas Schmauser: "Moshammer hatte etwas Unhysterisches"

In "Der große Rudolph" spielt Thomas Schmauser den verstorbenen Rudolph Moshammer. Was man von dem Modemacher und Hunde-Fan lernen kann.

Perücke mit zwei Haarsträhnen vorne, ein markanter Schnäuzer und ein Anzug - fertig ist der Moshammer-Style von Thomas Schmaus

Perücke mit zwei Haarsträhnen vorne, ein markanter Schnäuzer und ein Anzug - fertig ist der Moshammer-Style von Thomas Schmauser

Der fränkische Schauspieler (45) brilliert heute Abend in der Gesellschaftssatire "Der große Rudolph" (19.9., 20:15 Uhr, das Erste) als Modemacher Rudolph Moshammer (1940-2005). Warum er anfangs bezüglich der Rolle eher skeptisch war, was er an dem ehemaligen Münchner Original wirklich bewundernswert findet und wie die Dreharbeiten mit dem kleinen Hündchen "Daisy" waren, verrät Schmauser im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news.

Was ging Ihnen als erstes durch den Kopf, als Sie von der Rolle erfahren haben?

Thomas Schmauser: Als ich das Buch gelesen hatte und erfahren habe, dass ich zum gehen soll, war ich schon skeptisch. Denn es ist eigentlich unmöglich, eine solche Persönlichkeit seriös nachzuspielen. Wenn man daraus eine Comedy macht oder einen Sketch, dann geht das gut. Aber einen ganzen Film mit seinen Höhepunkten und Tiefpunkten und allen Aspekten eines komplizierten Menschen zu erzählen, das fand ich schwierig.

Es kam aber offensichtlich anders...

Schmauser: Ja. Denn das Casting war einfach unglaublich. Sie haben mir gleich Perücke, Schnäuzer und Anzug angezogen. Damit hatte ich nicht gerechnet, aber tatsächlich habe ich mich dann sofort in dieser fremden Welt gesehen. Von da an war ich fasziniert und habe um die Rolle gekämpft.

Wie haben Sie sich in die Rolle hineingearbeitet, war ja eine ziemlich vielschichtige Persönlichkeit...

Schmauser: Seine besondere Körperlichkeit und seine Art zu sprechen, waren mir sehr wichtig. Ich konnte ihn nicht als Stimmen-Imitator nachmachen, aber ich konnte versuchen, sein Bayerisch zu sprechen. Hätte ich das nicht hinbekommen, hätte das Ganze auch nicht funktioniert. Darüber habe ich mich dann also reingeackert.

Was ist Ihnen persönlich am sympathischsten, nachdem Sie sich so viel mit Rudolph Moshammer beschäftigt haben?

Schmauser: Was er mir beigebracht hat, ist dieses Geradestehen. Er hatte diese Kraft, wenn ihn jemand fertigmachen wollte, dass er dann erstmal ausgeatmet hat und erst dann gesagt hat, was er denkt. Er hatte etwas angenehm Unhysterisches - abgesehen vielleicht vom internen Umgang mit seinen Lehrlingen. Beeindruckend finde ich auch, dass er sein Leben gelebt hat, wie er es wollte. Beispielsweise wusste er, dass man über ihn lachen wird, wenn er beim Vorentscheid zum Schlager-Grand-Prix 2001 antreten würde. Dennoch hat er sich sehenden Auges in diese Situation begeben. Das finde ich toll.

Sein treuer Begleiter, Hündchen Daisy, spielt im Film auch eine Rolle. Wie war der Dreh mit dem Hund?

Schmauser: Wunderbar! Ich liebe sowieso, deswegen war es für mich nicht schwer. Und als ich den Film zum ersten Mal ganz gesehen habe, habe ich zu meiner Frau gesagt, dass der Hund wirklich toll gespielt hat. Er hat so niedliche Momente im Film. Das ist aber auch gut so, denn diese Tierliebe war eine wichtige Facette von Moshammer.

Wie wahr sind denn die Geschichten im Film?

Schmauser: Es gibt schon Aspekte, die wirklich so waren. Aber auch die wurden aus persönlichkeitsrechtlichen Gründen abgewandelt. Generell haben wir aber keinen Dokumentarfilm gedreht und somit auch nicht die Realität komplett nachgestellt. Ob der Rolls-Royce nun dunkelblau oder schwarz war oder ob der Filmhund ein Männchen oder ein Weibchen war, das spielt keine Rolle. Ich bin ja auch Thomas Schmauser und nicht Rudolph Moshammer.

SpotOnNews