Tod von Michael Jackson Leibarzt soll Notruf verzögert haben


Neue schwere Vorwürfe gegen den Arzt von Michael Jackson: Conrad Murray soll die Wiederbelebung des "King of Pop" unterbrochen und den Notruf verzögert haben, um Medikamente verschwinden zu lassen.

Michael Jacksons Arzt Conrad Murray gerät nach dem Tod des Popstars weiter unter Druck: Murray soll die Wiederbelebung des sterbenden Popstars beendet haben, um Ampullen mit Medikamenten einzusammeln, berichteten US-Medien am Dienstag. Außerdem habe der Mediziner deswegen erst verspätet den Rettungsdienst gerufen. Entsprechende Aussagen habe ein Mitarbeiter Jacksons am 31. August gegenüber Ermittlern gemacht.

Murray habe die Herz-Lungen-Reanimation gestoppt, um ihm die Ampullen zu übergeben, schilderte der Jackson-Angestellte Alberto Alvarez den Berichten zufolge die dramatische Situation. Er sei von dem Mediziner angewiesen worden, sie in einer Einkaufstüte verschwinden zu lassen. Erst dann habe Murray die Helfer alarmiert.

"Alvarez' Aussage widerspricht dem Beweismaterial"

Murrays Anwalt Edward Chernoff verwahrte sich CNN zufolge gegen Alvarez' Aussagen. Sie widersprächen ersten Angaben, die der Zeuge am Tag nach Jacksons Tod vor der Polizei gemacht habe. Chernoff bezichtigte die Staatsanwaltschaft, sie habe den Bericht gezielt an die Presse durchsickern lassen, um zehn Tage vor einem wichtigen Gerichtstermin Stimmung gegen Murray zu machen. Der Arzt habe nie versucht, Medikamente oder irgendetwas anderes zu verbergen, erklärte Chernoff laut "Los Angeles Times". "Herr Alvarez hat diese, aber auch noch ganz andere Erklärungen abgegeben (...) Seine Aussage widerspricht dem Beweismaterial, das vor Ort gefunden wurde. Es ist an der Zeit, dass jeder unter Eid genommen und bei einem Prozess verhört wird", sagte Chernoff.

Jackson war am 25. Juni 2009 im Alter von 50 Jahren einem Herzversagen erlegen. Todesursache war eine "akute Vergiftung" mit dem Narkosemittel Propofol, das sein Leibarzt ihm gegen Schlaflosigkeit gespritzt hatte. Laut "E!Online" fand die Polizei die Einkaufstasche später in einem Schrank in Jacksons Schlafzimmer. Mittlerweile hat sich Murray nicht schuldig am Tod des Sängers erklärt. Er ist gegen eine Kaution von 75.000 Dollar auf freiem Fuß und darf wieder praktizieren. Verboten ist ihm lediglich die Verordnung und Verabreichung von Beruhigungs- und Betäubungsmitteln. Die nächste Anhörung soll am 5. April sein. Im Falle eines Schuldspruchs drohen Murray bis zu vier Jahre Haft.

APN/DPA DPA

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