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Urteil: O.J. Simpson muss Ablass zahlen

Für den Mord an seiner Ex-Frau und ihrem Freund wurde O.J. Simpson zwar freigesprochen, der Verdacht jedoch blieb. Nun wurde verfügt, dass der ehemalige Footballstar alle Einnahmen aus Buch-, Fernseh- und Werbeverträgen an die Familie des Mordopfers abgeben muss.

Der frühere amerikanische Footballstar O.J. Simpson (59) muss die Einnahmen aus seinen Buch-, Fernseh- und Werbeverträgen an die Familie seines mutmaßlichen Mordopfers Ron Goldman abtreten. Das verfügte ein Richter in Santa Monica (US-Bundesstaat Kalifornien). Es war zunächst nicht klar, ob diese Verträge noch nennenswerte Summen abwerfen. Betroffen ist unter anderem der Film "Naked Gun" und die Fernseh-Show "1st and Ten".

Nicht eingeschlossen in die richterliche Verfügung sind Tantiemen, die der Ex-Footballstar für sein als "Mordbeichte" kritisiertes Buch "If I Did It" ("Wenn ich es getan hätte") bekommen könnte. Über dieses Buch will Richter Gerald Rosenberg vom Superior Court im Kreis Los Angeles erst nach einer weiteren Anhörung am 13. März entscheiden.

Vorschuss fürs "virtuelle Geständnis"

Das Buch war vom Medienkonzern News Corp. im November in letzter Minute zurückgezogen worden. Damit darf Simpson, der trotz seines Freispruches von einem Strafgericht 1995 weiter des Mordes an seiner Ex-Frau Nicole und ihrem Freund Ron Goldman verdächtigt wird, den Vorschuss für das "virtuelle Geständnis" auch künftig nicht anrühren. Der "Hollywood Reporter" hatte die Vorauszahlung von News Corp. an Simpson auf eine Million Dollar (770.000 Euro) geschätzt. In dem Buch hatte Simpson spekuliert, wie er die beiden umgebracht hätte, wenn er der Täter gewesen wäre.

Simpson, Ex-Mann von Nicole Brown Simpson und Vater von zwei Kindern, war zwar 1995 von einem Strafgericht freigesprochen, zwei Jahre später in einem Zivilverfahren aber haftbar gemacht worden. Von den 33,5 Millionen Dollar, die er den Hinterbliebenen der beiden Mordopfer schuldet, hat er US-Medien zufolge bisher kaum einen Cent gezahlt.

DPA / DPA