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Nicholas Sparks im Shitstorm Bestseller-Autor als Anti-Semit und Rassist beschimpft


US-Schriftsteller Nicholas Sparks steckt mitten im Shitstorm: Ein ehemaliger Schuldirektor bezeichnet ihn als schwulenfeindlich, antisemitisch und rassistisch. Sparks weist alle Vorwürfe von sich.
Von Frank Siering, Los Angeles

Nicholas Sparks zählt zu den erfolgreichsten Autoren der Welt. Seine Bücher werden mit Kusshand von den Filmstudios aufgekauft und zu Knüllern an der Kinokasse verwandelt. Sparks Roman "Wie ein einziger Tag", 2004 unter dem Originaltitel "The Notebook" erschienen, zählt bis heute zu den schönsten und erfolgreichsten Romanzen, die seit "Pretty Woman" in der Hollywood-Werkstatt produziert wurden.

Doch ganz plötzlich - und ein bisschen unerwartet - ist Studioliebling Sparks in einen wahren Shitstorm geraten. Saul Hillel Benjamin hat den bekennenden Südstaatler aus North Carolina als einen "homophoben, antisemitischen Rassisten" bezeichnet, der ganz nebenbei auch "keinerlei Respekt für Alzheimer-Patienten" zeige.

Benjamin arbeitete bis vor kurzem als Schuldirektor in der "Epiphany School for Global Studies", einer christlichen Schule, die Sparks 2006 gegründet hatte.

Nur zwei Schwarze unter 514 Schülern

In einer Klage, die Benjamin jetzt vor Gericht gegen Sparks eingereicht hat, berichtet der ehemalige Schulleiter, dass er den Hollywood-Schriftsteller mehrfach darauf hingewiesen hatte, dass seine Schule praktisch keine afro-amerikanischen Kinder in den Klassenzimmern habe. Nur zwei der insgesamt 514 Schülern seien demnach schwarz gewesen, so Benjamin.

Sparks soll auf die Vorwürfe wie folgt geantwortet haben: "Schwarze Schüler sind zu arm und können die akademische Arbeit nicht verrichten." In der Klage behauptet Benjamin weiter, Sparks habe Mobbing-Vorwürfe, die einige homosexuelle Schüler der Schulleitung nahegebracht hatten, einfach ignoriert. Der ehemalige Schuldirektor fühlte sich sogar persönlich von Sparks angegriffen, weil der Notebook-Autor angeblich von ihm verlangt habe, sich vor der gesamten Schule ob seiner jüdischen Abstammung zu rechtfertigen.

Sparks weist alle Vorwürfe zurück

Nachdem Benjamin gefeuert wurde, habe ihn Sparks noch ein weiteres Mal beleidigt, indem er andere Mitglieder der Schulleitung angewiesen haben soll, die Vorwürfe Benjamins zu ignorieren, weil dieser angeblich an Alzheimer leide. Dieser Vorwurf ist insofern besonders prekär, da Sparks Bestseller “Wie ein einziger Tag” ein Paar beschreibt, das sich mit dieser Krankheit ganz rührend und verständnisvoll auseinandersetzt.

Benjamins Anwalt Douglas Wigdor sagte gegenüber TMZ.com: "Trotz aller Bemühungen unserer Gesellschaft sieht es so aus, als wolle Herr Sparks die Uhr zurückdrehen und diejenigen kriminalisieren, die Vielfalt und Toleranz promoten."

Scott Schwimmer fungiert als Entertainment-Anwalt für Sparks. Sein Kommentar zu den Vorwürfen: "Als ein schwuler jüdischer Mann, der Nick seit mehr als 20 Jahren repräsentiert, kann ich nur sagen, dass ich diese Vorwürfe (von Benjamin) völlig haltlos und verachtend finde."

Sparks weist alle Anschuldigungen weit von sich.

Frank Siering

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