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Verbalattacke des "Kick-Ass"-Autors "Jim Carrey ist ein echter Armleuchter"


Der Zeichner der "Kick-Ass"-Comics, John Romita, greift öffentlich seinen Hauptdarsteller Jim Carrey an. Er wirft dem Star Heuchelei vor, weil Carrey nicht seinen Film promoten wollte.
Von Frank Siering, Los Angeles

Im Dezember 2012 erschoss Adam Lanza in einer amerikanishen Grundschule 20 Kinder und sechs Schulangestellte. Der Film "Kick-Ass 2" kam nur kurze Zeit nach dem Amoklauf von Sandy Hook auf den Markt. Daraufhin weigerte sich der Schauspieler Jim Carrey, den Film zu promoten, weil dieser zu viel Gewalt beinhalte. In dem Streifen spielt Carrey den maskierten und völlig durchgeknallten Colonel Stars and Stripes.

Carrey twitterte im vergangenen Sommer: "Ich habe 'Kick-Ass 2' nur einen Monat vor Sandy Hook abgedreht. Und mein Gewissen lässt es nicht zu, nun so viel Gewalt zu bewerben." Carrey weiter: "Ich entschuldige mich bei allen, die am Film mitgewirkt haben. Ich schäme mich dessen nicht, aber die jüngsten Ereignisse haben mich im Herzen verändert."

Carrey ist als großer Waffengegner bekannt. In einem Video hatte er sich einst über den verstorbenen Charlton Heston lustig gemacht. Heston war jahrelang Vorsitzender der National Rifle Association (NRA), der wohl mächtigsten privaten Waffenlobby der Welt. Auch im Interview mit dem stern hatte Carrey einmal gesagt, dass "Waffenbessitz in den USA besser reguliert werden muss, um blutige Attentate wie den von Sandy Hook vermeiden zu können."

Comic-Autor will nicht mehr mit Carrey arbeiten

Der Zeichner der Comic-Bücher "Kick-Ass", John Romita, äußerte sich damals nicht zu Carreys Weigerung, sein Projekt mit PR-Arbeit zu unterstützen. Jetzt ging er aber überraschend in die Offensive. "Was Jim Carrey angeht, mit diesem Armleuchter werde ich nie wieder zusammenarbeiten", sagte er dem Portal "Comic Book Resources Webseite".

Er wirft Carrey Scheinheiligkeit vor: "In dem Film spielt er einen Typen, der all seine Waffen aufgibt. Jeder Mensch, der auch nur ein bisschen Grips im Kopf hat, hätte das als Propaganda für eine Anti-Waffen-Politik nutzen können."

Doch Carrey habe nur seinen "Scheck kassiert und ist dann gegen unseren Film zu Felde gezogen", so Romita. Carrey habe auch schon vor dem Beginn der Dreharbeiten für "Kick-Ass 2" gewusst, wie viele Menschen in dem Film erschossen und dass sehr viele Waffen benutzt werden”, so der Comic-Zeichner, der sich im Übrigen selbst als Waffengegner bezeichnet. Romita legt nach: "Kick-Ass 2" ist kein Dokumentarfilm. Kein Schauspieler wurde bei der Produktion verletzt."

Derzeit wird diskutiert, ob es möglicherweise einen dritten "Kick-Ass"-Fim geben soll. Spielte der zweite Teil doch rund 100 Millionen Dollar mit dem Verkauf von DVDs und der Vergabe von TV-Rechten ein. Fest steht allerdings schon jetzt, dass Carrey bei der Umsetzung eines dritten Teils nicht mehr mit an Bord sein wird.


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