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Gala-Interview: Sechs Jahre lang Albträume: Verona Pooth spricht offen über die Demenz ihrer Mutter

"Sechs Jahre lang bin ich jede Nacht nassgeschwitzt wach geworden": Verona Pooth hat in der "Gala" offen über die Demenz ihrer Mutter gesprochen – und darüber, wie sehr sie darunter litt. 

Verona Pooth

Verona Pooth spricht über die Demenz ihrer Mutter

Picture Alliance

"Plötzlich war da diese stets elegant gekleidete Frau, die ich nie im Jogginganzug gesehen habe, in ihrer wuseligen Wohnung verrückt unterwegs", erinnert sich Verona Pooth im Interview mit der "Gala" an die Anfänge der Demenzerkrankung ihrer Mutter Luisa Feldbusch. Jahrelang habe sie sich große Sorgen gemacht, sei von Albträumen geplagt worden.

Irrwitzige und boshafte Situationen

Besonders zugesetzt habe ihr, dass sich deren Charakter mit fortschreitender Krankheit veränderte. Manche Situationen wirkten irrwitzig, andere boshaft. So berichtet sie: "Wenn wir mit ihr essen gingen, flippte sie die Erbsen vom Teller oder ließ sich ständig neues Besteck bringen." Es habe Pooth die Tränen in die Augen getrieben. Außerdem erzählt sie: "Einmal hat sie in einem Restaurant einen Koi-Karpfen aus dem Zierbecken gefischt und in ihre Gucci-Handtasche gesteckt. Sie wollte ihren Enkel San Diego zum Lachen bringen und mich provozieren. Zum Glück war Franjo dabei."    

"Meine Mutter liebte ihn, nannte ihn immer Angelo"

Veronas Ehemann habe einen leichteren Zugang zu seiner Schwiegermutter gehabt. "Franjo nahm sie einfach, wie sie war, mit all ihren Schrullen. Er hat sich wahnsinnig geduldig um sie gekümmert. Meine Mutter liebte ihn, nannte ihn immer Angelo, das heißt auf Deutsch Engel." Sie selbst habe vor lauter Sorge um ihre Mutter immer wieder Albträume gehabt: "Sechs Jahre lang bin ich jede Nacht nassgeschwitzt wach geworden. Franjo knipste dann das Licht an und versuchte mich zu trösten." "Liebe und vor allem Humor" hatten ihr und Franjo im Umgang mit der Krankheit geholfen. Auch wenn es manchmal nicht zum Lachen gewesen sei.

Luisa Feldbusch starb 2015

Schließlich brachte Verona ihre Mutter nach einem schweren Sturz in eine Altersresidenz: "Wenn ich sie besuchte, streichelte sie manchmal meine Hand und sagte: 'Muchas gracias, es ist so schön hier.'" Luisa Feldbusch starb im Jahr 2015.

Quelle: "Gala"

Photoshop-Panne: In diesem Bild von Verona Pooth fehlt ein kleiner, aber wichtiger Körperteil
she mit / DPA
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