Vollmacht Papa Spears muckt auf


Vater Jamie Spears bleibt nach einer Schlammschlacht vor Gericht weiterhin Vormund seiner Tochter Britney. Und herrscht somit über 40 Millionen Dollar. Soviel ist der bipolare Popstar im Moment nämlich wert. Spears bleibt für mindestens 14 weitere Tage in der Psychiatrie.
Von Frank Siering, L.A.

Kaum wurde der Krankenhausaufenthalt von Britney Spears auf weitere 14 Tage in der psychiatrischen Abteilung des UCLA Medical Centers in Los Angeles verlängert, da bricht auch schon ein gemeiner Streit über die Vormundschaft und die damit zusammenhängende Kontrolle über das Vermögen von Britney Spears aus.

Spears, das wurde gestern in Los Angeles bekanntgegeben, muss noch weitere zwei Wochen zur Behandlung in der Psychiatrie bleiben. In dieser Zeit hat sie keine Vollmacht über ihr Vermögen, das nach Aussagen von Anwälten gestern in Los Angeles um die 40 Millionen Dollar beträgt. Und genau das ist das Problem.

Britneys Vater, Jamie Spears, ist zusammen mit dem Familienfreund Andrew Wallet der gemeinsame Verwalter des Megavermögens seiner Tochter. Aber Britney selbst will nach Aussagen des von ihr angeheuerten Anwalts Adam Streisand, in einem interessanten Hollywood-Twist ein Anverwandter der großen Barbra Streisand, nicht, dass der Herr Papa diese Kontrolle hat. Britney und Jamie Spears sind schon seit langem im zerstritten, die Sängerin wirft ihrem Vater Selbstsucht und Gier vor.

Machtkampf im Hause Spears

Dallas in Hollywood. Und wohl auch deshalb marschierte Mr. Streisand am Montag zum Gericht. Mit dem Ziel, Jamie Spears von seinen Pflichten als Vormund zu entbinden. "Meine Klientin wünscht es so", sagte Streisand dem Richter. Jamie Spears aber behielt das Ruder in der Hand. Das Gericht sah keinen Anlass, die Vormundschaft im Moment zu verändern.

Und so drängelt sich Vater Jamie, der lange Zeit völlig unsichtbar war, plötzlich in eine wichtige Machtposition - gerade jetzt, als Britney Spears immer weiter im eigenen geistigen Morast versackt. Hat er doch jetzt die Kontrolle über die Millionen seiner Tochter. "Ich will Ihr Vermögen nur verwalten, nicht ausgeben", so Jamie Spears gestern. So ganz scheint diese Aussage allerdings nicht zu stimmen. Veranlasste Jamie Spears doch als Vormund zunächst einmal, dass Sam Lufti, ein enger Britney-Vertrauter und angeblicher Manager der Sängerin, per Gerichtsbeschluss nicht mehr an Britney herantreten darf. Abschottung aller Einflüsse von außen, scheint die Devise des Vaters zu sein.

Zu verwirt für einen Anwalt?

Wie ruchlos aber auch der Vater selbst sein kann, zeigt folgendes Szenario. Um die Angriffe von Streisand abzufangen, schickte Jamie Spears seinen Ko-Vormund Wallet vor, der vor Gericht aussagte, dass Britney Spears im Moment psychisch gar nicht in der Lage sei, selbst einen Anwalt anzuheuern. Heißt: Der eigene Vater glaubt, dass die Tochter derzeit geistig so umnachtet ist, dass sie keine rationalen Entscheidungen mehr treffen kann.

Bleibt die Frage, welche Rolle die Mutter von Spears in dieser Konstellation hat. Sie ist seit einiger Zeit getrennt von Jamie Spears. Hat aber auch ein eher gestörtes Verhältnis zur älteren Tochter. Derzeit befindet sie sich ebenfalls in Los Angeles, pflegt aber - im Gegensatz zu ihrem Ex-Mann - noch immer enge Kontakte zu Brits Ex-Ehemann Kevin Federline und auch zu dem derzeitigen Freund Adnan Ghalib. In Hollywood wird sogar seit einiger Zeit spekuliert, Lynne Spears habe ein Verhältnis mit Federline.

Wenn nun auch Lynne Spears in den Kampf um das Vermögen ihrer Tochter mit einsteigt, dann droht ein echter Familienkrieg, bei dem nur eines schon jetzt feststeht: Britney Spears wird damit wahrlich nicht geholfen.


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