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Was macht eigentlich ...: ... Mia-Sophie Wellenbrink?

Die heute Zehnjährige nervte mit ihrem markerschütternden "Fruchtalaaarm" in einem Werbespot für Fruchtjoghurt jahrelang deutsche Fernsehzuschauer.

Ganz ehrlich: Kannst du Joghurt noch sehen?

Ich mag Joghurt wirklich. Am Set hab ich ganz viel gegessen, und Mama hat dann gesagt, dir wird übel, Mia! Aber mir wurde nicht übel. Dann musste ich sagen: "Guck mal, das sind Millionen oder ein Dutzend …"

Du kannst den Spruch ja immer noch.

Na ja, ein bisschen. Pass auf: "Guck mal, der neue Joghurt, das sind Millionen oder ein Dutzend. Meine Mama sagt dazu Froop, aber ich sag dazu Fruchtalaaarm!" Hey, ich hab das ganz geschafft!

Bravo! Wie bist du denn zur Werbung gekommen?

Ich bin in so einer Kinderagentur, die sagen immer, wenn ich was schauspielen kann. Die Werbeleute haben mich genommen, weil ich auch in echt so ein Frechdachs bin.

Was? Du bist frech?

Ja, manchmal. Dann schrei ich, aber nicht immer so laut. Wenn ich was will, bettele ich so lange, mach meinen Augenaufschlag und einen Schmollmund, bis ich es kriege.

Die Leute auf der Straße, erkennen die dich?

Neulich wieder. Da hat eine Frau gesagt: "Hey, sag mal Fruchtalarm." Nö, hab ich gesagt. Ich muss ja nicht immer machen, was die Erwachsenen wollen.

Drei Werbespots hast du gedreht. Bist du jetzt reich?

Nee. Vom ersten Geld bin ich Patin von einem Mädchen in Tansania geworden, vom zweiten Geld habe ich dem Mädchen und seiner Familie zwei Kühe und Schulschuhe geschenkt. Für mich habe ich Sachen für mein Kinderzimmer gekauft, und mit drei Freundinnen von mir sind Mami und ich nach Wien gefahren.

Deinen Opa Egon Wellenbrink kennen alle Leute als "Melitta-Mann" aus der Werbung. Hat er dir Tipps gegeben?

Nee, aber der war stolz auf mich, hat er gesagt.

Wenn du vor der Kamera stehst, bist du da aufgeregt?

Jetzt bin ich das gewohnt. Aber früher war ich aufgeregt und aufgekratzt. Das heißt dann Lampenfieber. Das ist, wenn ganz viele Lampen glühen und einem ganz heiß wird, wie bei Fieber.

Würdest du gern wieder im Fernsehen spielen?

Ja, ich finde das toll, immer jemand anderer zu sein. Aber das ist auch komisch: Einmal war ich bei "Kreuzfahrt ins Glück", da hab ich Claire gespielt. Ich hab mich gar nicht wiedererkannt, ich war so kindisch.

Kindisch? Du sahst doch bestimmt gut aus.

Wie ein Hase. Ich hatte die ganze Zeit meine zwei Hasenzähne draußen, ohne dass ich es gemerkt hab. Aber vielleicht war das auch ein bisschen niedlich. Doch da sah ich aus wie vier. Oder auf jeden Fall unter acht. Dabei bin ich zehn Jahre alt. Mit meinen zwei Hasenzähnen kann ich übrigens pfeifen …

… ganz schön laut. Ich habe noch zwei Fragen …

Nur zwei? Manno!

Was machst du als Nächstes?

Vielleicht dieses Jahr irgendwas, aber das ist geheim. In "Kommissarin Lucas" hab ich zuletzt gespielt, das ist ein Krimi. Ich möchte jeden Tag Filme drehen, aber Mama ist da etwas zickig. Die sagt, ich muss zur Schule, ich bin nämlich schon in der vierten Klasse.

Wenn du mal richtig groß bist, willst du da Schauspielerin werden wie deine Mutter?

Vielleicht. Oder ich werde Erfinderin und erfinde dann selbst einen Job, aber nicht verraten. Da massiere ich Leute am Strand mit Sonnencreme, und meine Creme kostet was, wer seine eigene mitbringt, bei dem kostet es nichts. Ich bin nämlich eine gute Massiererin. Ach, das kannst du ruhig reinschreiben.

Interview: Nicolas Büchse / print
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