Was macht eigentlich... ...Ela Weber?


Die wohlgebaute Unterfränkin wurde in den Neunzigern zum TV-Star in Italien - und, so die "Süddeutsche Zeitung", bekannt wie "Kohl, Derrick und Löwenbräu".

Frau Weber, Sie haben gerade einen Prozess gegen den berühmten Klatschreporter D'Agostino gewonnen. Was war passiert?

Er hatte ein Foto von einer lesbischen Orgie auf seine Website gestellt. Und dazu geschrieben, dass ich eine der drei Frauen sei. Natürlich hab ich ihn sofort angerufen und mich beschwert. Daraufhin las ich am nächsten Tag: Ela erkennt sich auf ihren eigenen Fotos nicht wieder. Also hat er noch eins draufgesetzt. Das war zu viel.

Das Gericht hat Ihnen zwar 77000 Euro Schmerzensgeld zugesprochen...

...aber der Schaden war da, weil viele D'Agostino geglaubt haben. Ich wurde fallen gelassen, Verträge kamen nicht zustande, weil es hieß, ich sei ein Pornostar geworden. Und Männer, deren Avancen ich abgelehnt hatte, meldeten sich plötzlich wieder und hielten mir vor, ich sei ja wohl doch nicht so eine reine Seele.

Eine ziemlich belastende Situation.

Ja, ich war wütend und verletzt. Habe mich völlig zurückgezogen, blieb wochenlang im Bett, habe es mit Schlaftabletten übertrieben. Meine Assistentin hat dann meine Schwester in Würzburg benachrichtigt. Die ist auch sofort gekommen und hat mir auf die Beine geholfen.

Arbeiten Sie wieder?

Ich schreibe mit einem Autor an drei Programmkonzepten fürs Fernsehen: eine politische Revue über den Umgang mit Nachrichten, eine Gameshow zum Thema Kochen und ein drittes Projekt, das wir allerdings noch geheim halten wollen. Ansonsten genieße ich es, das Meer in der Nähe zu haben, mache lange Spaziergänge mit meinem Jack Russell am Strand von Ostia.

1989 kamen Sie als Model nach Italien, haben zwei Jahre später aufgehört, weil Sie ein bisschen üppig geworden waren...

...und kam zu einer Tankstelle. Dort hatte ich zunächst als Dolmetscherin gejobbt, kurze Zeit später war ich Geschäftsführerin und baute den Laden aus - mit einer Waschanlage, Werkstatt und einem Café. Es lief super, ich hatte viel Spaß. Die Männer standen Schlange an meiner Zapfsäule. Ich bekam eine Auszeichnung als bester Tankstellenbetreiber des Jahres.

Dann engagierte Berlusconis Canale 5 Sie für eine Sendung, in der Sie Ehemänner vor versteckter Kamera verführen sollten. Haben die betrogenen Frauen Sie nicht mit dem Nudelholz verhauen?

Das nicht, aber die Frauen waren entsetzt: Ein Ehemann zum Beispiel wollte mit mir nach New York durchbrennen, ein anderer gleich zur Sache kommen.

Die Sendung war ein Skandal, aber Sie wurden über Nacht zum Star.

Ich präsentierte eine tägliche Show bei der Rai, dann kamen eine Fußballshow und ein Kinderprogramm dazu. Damit hatte ich das ganze italienische Publikum erreicht und durfte bei einer beliebten sechsstündigen Sonntagsshow moderieren - das Größte, was eine Ausländerin im italienischen Fernsehen erreichen kann.

Warum lief es dann im deutschen Fernsehen nicht?

Bei einer Sat-1-Show mit Jörg Wontorra schmissen Sie nach drei Sendungen das Handtuch, auch später mit "Peep!" wurde es nichts. Ich bin mit dem deutschen Alltag einfach nicht mehr vertraut, kenne die Themen nicht, weiß nicht, worüber gelacht wird. Um in Deutschland wieder zu arbeiten, müsste ich eine Zeit lang dort leben.

Lassen Sie sich noch diese kleinen eingeschweißten Nürnberger Würstchen schicken, die es in Rom nicht gibt?

Aber sicher, die mache ich mir heiß und esse sie mit ganz viel süßem Senf.

Interview: Luisa Brandl

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