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Bademode: Wie Mann in Badehose seine Würde behält

Animal-Prints gehen gar nicht, hautenges Neongrün ist richtig böse und auch eine zu lange Shorts könnte ein Fehler sein: Auf den Modeschauen in Mailand präsentierten Models Badehosen, mit denen Mann sich eher nicht an den Strand wagen sollte.

Von Susanne Kaloff

Auf den Mailänder Schauen sah man in diesem Jahr Dinge, die besser im Verborgenen geblieben wären: Die hüftbreite, eng anliegende Badehose im etwas überstrapazierten Retrolook ist zurück. Diese Variante soll eng wie eine zweite Haut sitzen, was leider auch das Drama in sich birgt. Eine Haut reicht ja schon, und der Versuch, eine weitere in neongrün oder -orange über exponierte Stellen zu spannen, ist in den meisten Fällen keine gute Idee.

Nun kann man natürlich einwenden, dass James Bond niemals in einer schlabberigen Badehose die Bondgirls rumgekriegt hätte. Doch der Mann, der in einem strammen Schlüpfer seine Würde bewahrt, ist rar. Das Wort Würde und das Wort Badehose harmonieren einfach nicht. Man kann dem armen Mann nicht mal einen Vorwurf machen, fehlen ihm doch die Mittel, die Accessoires, um von eventuellen Missständen abzulenken.

Frauen können schummeln, Männer nicht

Eine Frau kann raffiniert schummeln, kann sich, wie beispielsweise Katie Holmes, einen breiten Gürtel um die postnatale Taille legen und für den Weg zur Strandbar in ein Paar Jimmy Choos schlüpfen, die das Bein optisch strecken. Eine Frau kann sich theoretisch auch einen kompletten Sommer lang unter einem zeltgroßen Pareo verstecken und munter Frappés schlürfen.

Für Männer hingegen gibt es genau genommen nur einen einzigen Weg um den Sommer stilvoll zu überstehen: die Flucht in die Sportlichkeit. Dieser Weg führt meist schnurstracks in eine ganz unprätentiöse Sportabteilung eines ganz unprätentiösen Kaufhauses. Dort hat er dann die Wahl zwischen einer schlichten Adidas Boxershorts, ohne viel Firlefanz, nicht zu lang, nicht zu eng, einfach straight, in schwarz. Oder einer schlichten Adidas Boxershorts, ohne viel Firlefanz, nicht zu lang, nicht zu eng, einfach straight, in dunkelblau.

Keine Boardershorts, bitte!

Das kann man machen, das geht klar, darin sieht jeder Mann in Ordnung aus, nicht spektakulär, aber in Ordnung. Geht es doch bei einer Badehose in erster Linie um das Vortäuschen von Dynamik. Man kann doch wohl erwarten, dass Männer wenigstens so ausschauen, als seien sie schon vor Sonnenaufgang von einer Inselgruppe zur nächsten gekrault.

Aber, Obacht, man sollte es mit dem Vortäuschen von Sportivität niemals übertreiben. Das passiert schnell, wenn man sich für eine Boardershorts entscheidet. Diese ist eine wild floral gemusterte, lange Buxe, die in den Kniekehlen hängt und den Poschlitz freilegt. Leider sehen Männer über vierzig darin schnell wie alternde, gestrandete Windsurfer vor Sylt aus. Oder wie die in die Jahre gekommenen Beach Boys. Hawaii Shorts also vielleicht doch besser nur an Jungs, die ein Brett unterm Arm tragen und hochhaushohe Wellen reiten können.

Metallic Optik geht nur in Rio

Leider ist auch die Kastenbadehose mit Innenslip und Schlüsseltäschchen keine Lösung. In denen sehen selbst attraktive Männer immer ein wenig aus wie die gepuderten Wäschemodels aus dem Quelle Katalog. Und in Gottes Namen: Lassen Sie die Finger von allem, was die Pobacken teilt oder freilegt.

Eine weitere sommerliche Falle lauert hinter Animalprints. Ein glänzender Tanga in Tigerprint ist für die Mehrheit der Männer kein Sprungbett in die richtige Richtung, auch dann nicht wenn das Modell von Valentino ist, oder in goldenen Lettern D&G auf der Gürtelschnalle prangt. Überhaupt ist große Vorsicht geboten bei jeder Form von Metallic Optik. So etwas dürfen ausnahmslos Salsa Tänzer im Karneval in Rio tragen. Für alle anderen Männer gilt: Verbringen Sie den Sommer überwiegend unter Wasser und tragen Sie Sorge, dass man Sie nicht mit einem Clownfisch verwechselt.

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