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Barneys in New York: Luxuskaufhaus wirbt mit Transgender-Models

Für die Präsentation seiner Frühjahr-Sommer-Kollektionen hat das New Yorker Kaufhaus Barneys ein ungewöhnliches Projekt initiiert: Für die Kampagne standen 17 Transgender-Models vor der Kamera.

Das britische Luxuslabel Alexander McQueen holte sich für seine aktuelle Frühjahr-Sommer-Kampagne Topmodel Kate Moss, Modemacher Marc Jacobs verpflichtete Sängerin Miley Cyrus und Versace schmückt sich mit Lady Gaga. Models, Sängerinnen, Schauspielerinnen - sie zieren in der Regel die Kampagnen der großen Luxushäuser. Der New Yorker Edelladen Barneys geht nun einen anderen Weg. Um die aktuellen Frühjahr-Sommer-Kollektionen zu bewerben, verpflichtete das 1923 gegründete Kaufhaus 17 Transgender-Models. Die Kampagne läuft unter dem Titel "Brothers, Sisters, Sons & Daughters".

Ein solches Projekt hat es in der Modebranche bisher noch nicht gegeben. Immer wieder wurden einzelne Transgender-Models abgebildet. Etwa die Britin April Ashley in den sechziger Jahren oder Andy Warhols Muse Candy Darling in den Siebzigern. Der Australier Andrej Pejić arbeitet weltweit erfolgreich als Model für Frauenmode. Zuletzt sorgte Givenchy-Designer Riccardo Tisci für Aufsehen, als er 2010 das Model Lea T. für seine Herbst-Winter-Kampagne buchte. 1981 in Brasilien als Leandro Medeiros Cerezo geboren, ließ sich Lea T. 31 Jahre später zur Frau umoperieren.

Eine ähnliche Biografie haben viele der 17 Transgender-Models, die für Barneys posierten. Frauen, die als Jungen geboren wurden, Männer, die als Frauen leben. Sie stammen aus Kleinstädten der USA, Metropolen wie New York oder auch aus Deutschland. Das jüngste Model ist 17 Jahre alt, die ältesten sind Anfang 30. Die Schwarzweiß-Fotos schoss Starfotograf Bruce Weber. Er lichtete die jungen Männer und Frauen im Kreis ihrer Familien und Freunde ab. Dazu führte die Journalistin und Autorin Patricia Bosworth Interviews mit den Models, in denen sie ihre Lebensgeschichte schildern.

Mit seiner Kampagne will das Kaufhaus "gegen Vorurteile ankämpfen und die soziale Akzeptanz von Transgendern fördern", heißt es auf der Website. Zehn Prozent der Erlöse kommen zwei Einrichtungen zugute, die sich für die Rechte von Transgendern einsetzen. Eines hat Barneys jedenfalls schon erreicht: Über das Fotoprojekt diskutiert die gesamte Modebranche.

jum