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Britischer Modekatalog: Debenhams setzt auf Models mit High Heels und Prothese

Wer den Sommerkatalog der Modekette Debenhams durchblättert, muss bei vielen Fotos zwei Mal hinschauen. In den bunten Sommerkleidern stecken Models mit Übergröße, jenseits der 40 oder mit Handicap.

Von Julia Holzapfel

Ein Model ist in der Regel jung, schlank und makellos. Eine Beschreibung, die in der breiten Masse auf die wenigsten Menschen zutrifft. Die britische Modekette Debenhams wollte bei ihrem Sommerkatalog die klassischen Vorstellungen, wie ein Model auszusehen hat, nicht einfach hinnehmen. Stattdessen hat sie sich für außergewöhnliche Mannequins entschieden. Manche der Frauen, die die bunten Sommerkleider präsentieren, sind über 40 Jahre alt. Andere haben eine Kleidergröße, die weit jenseits konventioneller Modelmaße liegt. Debenhams geht aber noch einen Schritt weiter: Einzelnen Frauen fehlen Gliedmaße oder sie tragen eine Prothese.

Ein Gesicht der Kampagne ist Stefanie Reid. Die 29-Jährige ist als Leichtathletin bei den Paralympics 2008 in Peking angetreten. Ihr Foto aus der Debenham-Kampagne schaffte es sogar in die britische Ausgabe der "Vogue". Auch Kelly Knox, die Siegerin der Reality-TV-Show "Britain's Missing Top Model" ließ sich für den Katalog ablichten. Ähnlich dem Konzept von "Germany's Next Topmodel" kämpften bei der Show mehrere Kandidatinnen um einen Modelvertrag, mit dem Unterschied, dass alle Kandidatinnen eine Behinderung hatten.

Der zuständige PR-Verantwortliche von Debenhams, Ed Watson, sagte in einem Interview, dass nicht alle Kunden der Modekette die gleiche Kleidergröße oder die gleiche Passform hätten. Der Katalog stelle diese Vielfalt heraus. Zudem hofft Watson auf Nachahmer: "Wir würden uns freuen, wenn andere Modefirmen nachziehen. Das wäre ein erster Schritt dahin, dass die Menschen sich in ihren Körpern wieder wohler fühlen." Dem Modehaus wurde für die aktuelle Kampagne der vom britischen Parlament unterstütze "Body Confidence Award" verliehen.

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