Fashion Week London Moral in Mode


Ganz im Zeichen von Öko-Mode und gutem Gewissen ist die Londoner Mode-Woche gestartet. Unter anderem zeigen Armani und Bono von U2 attraktive Kleider jenseits von Jute-Taschen und Gesundheitssandalen.

Mit einem Bekenntnis zu Ökomode und sozialem Engagement hat am Montag die London Fashion Week begonnen. Noch bis Freitag zeigen rund 50 Designer in der britischen Hauptstadt ihre Kollektionen für die Frühjahr- und Sommersaison 2007. Auch der italienische Modestar Giorgio Armani (72) stellt dort erstmals seine junge Linie "Emporio" sowie die von ihm und Popstar Bono mitgestaltete Kollektion "RED" zu Gunsten der Afrikahilfe vor. Weitere Armani-Schauen sind wie sonst üblich bei der Messe in Mailand geplant.

Bewusste Mode für bewusste Leute

Den Auftakt in London machte die Präsentation des Labels "Noir", das durch Kooperationen die Dritte Welt unterstützt. Der Däne Peter Ingwersen verwendet für seine Kreationen zudem Bio-Baumwolle aus Uganda. Für seine neue Kollektion entwarf er wieder Modelle, die harte Elemente der Rockszene mit modischem Chic verbinden. Von einigen flattrigen, silbrig oder elfenbein glänzenden und weit geschnittenen Abendkleidern abgesehen, wirkten die Entwürfe allerdings weniger lässig als früher. Mit engen, knielangen Röcken und breiten Falten, Korsagen und empiremäßig hoch sitzenden Taillen wirkte es fast, als stolzierten die Abgesandten einer strengen Internatsschule über den Laufsteg.

Auch andere Designer wie Jasper Conran, Paul Smith und Julien McDonald zeigen in London ihre Sommer-Trends. Das deutsche Duo Clara Kraetsch und Doreen Schulz vom Berliner Label "c. neeon" präsentiert bereits zum dritten Mal Entwürfe in der britischen Hauptstadt. Schon bevor die Fotografen, Einkäufer und Journalisten einen Blick auf die neuen Rocklängen und Materialien werfen konnten, gab das Modeblatt "Vogue" einen Trend vor: den "gewissenhafter Konsum" ("Conscious Consumerism") und widmete ihm und dem dafür gewählten Model, der Schauspielerin Scarlett Johansson, zehn Seiten. Prominentes Zugpferd ist Rockstar Bono, dem sich für die "Project-RED"-Kollektion außer Giorgio Armani die US-Kette Gap und andere angeschlossen haben. Gewinne aus ihrer Kollektion fließen in einen afrikanischen Hilfsfonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose.

DPA DPA

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