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Gefährlicher Schönheitskult aus dem Computer: Vom Mauerblümchen zum Glamourgirl mit Photoshop

Ein Videoclip verwandelt ein normales Mädchen in eine überirdische Schönheit. Für das Frauenbild sei das nicht lustig, finden die Macher. Die perfekte Illusion entwerte alle echten Frauen.

Photoshop-Make-Up: Mit wenigen Klicks zur perfekten Puppe

Ein spektakuläres Video zeigt wie Modemagazine das Frauenbild verändern. In wenigen Sekunden wird eine junge Frau aus Fleisch und Blut mit Photoshop in ein übermenschliches Wesen aus Glamour und Candy verwandelt. Dieses Mal handelt es sich nicht um einen weiteren Reklameclip, mit dem ein Fotograf beweisen will, dass er aus jeder Kundin eine Göttin machen kann. Der 36 Sekunden lange Clip wurde für GlobalDemocracy.com hergestellt. Er demonstriert, wie leicht heutzutage Illusionen herzustellen sind. Ein großes Problem sei das vor allem für heranwachsende Mädchen, die sich an den unerreichbaren Bildern messen.

Die Frau auf dem Foto ist ein normales Mädchen, nett anzuschauen aber kein Supermodel. Außerdem wirkt sie leicht übernächtigt und hat gerade ihren struppigen Bad-Hair-Day erwischt. Böse gesagt: Sie wirkt, als hätte man sie gerade unter der Bettdecke hervorgeholt. Bei der Aufnahme lümmelt sie entspannt im Bikini auf der Matte. Bauch einziehen oder auf Muskelspannung achten - solche Tricks sind nicht nötig, dass macht heute der Computer.

Doch wo ist eigentlich das Problem bei der Schönheitskur aus dem Computer? Die perfekte Illusion entwertet die nicht perfekte Wirklichkeit. Nicht nur Superstars sondern jede Frau kann heute derartige Illusionsausgaben von sich in Umlauf bringen kann. Mit dem Ergebnis, dass die Facebookseiten von Porträts überschwemmt werden, die mit der Wirklichkeit nichts zu tun haben. Gleichzeitig verzweifeln viele Frauen, weil sie selbst nicht so aussehen. Die künstliche Perfektion wird zum Maßstab der Wirklichkeit. Vor allem heranwachsende Mädchen messen sich an diesen Photoshop-Illusionen und halten sich selbst für wertlos und hässlich.

Guten Morgen! Das Hobbymodel nimmt sichtlich derangiert Platz.

Erste Erleichterung: Die grobe Renovierung wird von Hand vorgenommen: Ein gewaltiges Haarteil, Puder und perfekte Ausleuchtung verändern den Eindruck schon gewaltig.

Mehr Süße: Mit zwei Griffen wird die Augenpartie auf Manga-Format gebracht, danach bekommt sie ein Stupsnäschen spendiert.

Mehr Elfe: Ein wenig mehr Busen und deutlich weniger Bauch: Der Umriss wird korrigiert. Das Model hat zwar auch in der Wirklchkeit keinen Fettansatz, doch so wirkt sie viel zierlicher. Später wird noch der Po verkleinert.

Kurze Beine gehen gar nicht: Also müssen die Beine auf Modellänge gestreckt werden. Danach eine kleine Korrektur: Durch die Streckung hat die Dame riesige Hobbit-Füße bekommen, die werden wieder auf Geisha-Format gestutzt. Anschließend wird das Bild noch aufgehellt und fertig.

gkr