Leuchten-Design Licht gestalten


Die Kreativen von Light Furniture machen aus Lampen Kunst-Stücke. Und schafften es so vom Hinterhof in die Auslagen der Pariser Edel-Kaufhäuser.

Laurent Valentin Abascal hat ein Faible für schlichte Lösungen. "Die Skandinavier, die Holländer und die Deutschen haben verstanden, wie man mit Licht die Atmosphäre in den eigenen vier Wänden verändern kann, wie man sich auf einen besonderen Moment einstimmt", sagt der Lampendesigner. "Sie zünden ein paar Kerzen an, und schon haben sie einen festlichen Rahmen. Die Franzosen sind noch sehr weit entfernt von so etwas." Das soll nicht so bleiben, was erklärt, warum jedes seiner Modelle mit einem Dimmer ausgestattet ist - damit die Beleuchtung je nach Stimmung oder Situation angepasst werden kann.

Vor einem Jahr haben Abascal und sein Geschäftspartner Jean-Francois Hallier in einem Hinterhof-Souterrain in Paris ihre Firma "Light Furniture" gegründet. Und schafften es in kürzester Zeit in die Auslagen vornehmster Kaufhäuser wie etwa des "Le Bon Marché" in Paris. Ihr Konzept ist relativ simpel: einfache, aber hochwertige Materialien wie Keramik, Leder und Metall, wenig Farben und Formen, die man auch bei Tag gern betrachtet. Sie wollen aus dem beleuchtenden Objekt ein Kunst- und Schmuckstück an sich machen, einen Einrichtungsgegenstand, ein "Light Furniture" eben.

"Licht kann erdrücken

, vernichten und verzerren, so wie es auch aufwerten, enthüllen und verschönern kann. Man muss nur verstehen, mit ihm zu spielen", sagt Abascal, das habe er von befreundeten Modefotografen gelernt: "Bei Aufnahmen verbringen sie einen Großteil ihrer Zeit mit dem Vorbereiten und Einstellen der Beleuchtung."

Der Ikea-Anhänger, der an der Londoner St. Martin's School of Art studiert hat und seine Fertigkeiten zunächst beim Entwerfen von Haute-Couture-Accessoires für Thierry Mugler, Givenchy und Yves Saint Laurent verfeinerte, träumt davon, Design für alle zu schaffen, "die Demokratisierung des Schönen" voranzutreiben. Ein löbliches Vorhaben, das bei geringen Stückzahlen und fast ausschließlich Handarbeit vorerst noch frommer Wunsch bleiben wird.

Die Entwicklung der Produkte ist umso komplizierter, je einfacher das Produkt ist: die Farbschattierung der Keramik, die Größe einer Ziernaht auf dem Leder oder der Bogen einer Rundung. Die Suche nach den perfekten Proportionen bezeichnen Abascal und sein Kollege Hallier, der eigentlich diplomierter Modedesigner ist, als ihre größte Obsession. Und irgendwann wollen sie das moderne Haus neu erfinden, und es soll aus Licht beschaffen sein.

Claire Nouvian

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