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Magermodels: Model-Schwestern totgehungert?

In Uruguay sind innerhalb eines Jahres zwei Schwestern gestorben. Sie waren beide Models. Offizielle Todesursache war in beiden Fällen Herzinfarkt. Doch es häufen sich die Spekulationen, ob sie nicht an Magersucht gestorben sind.

Der Tod von zwei Schwestern, die beide als Model arbeiteten, hat in Uruguay die Debatte über Gesundheitsrisiken in der Modebranche neu angefacht. Die 18-jährige Eliana Ramos wurde gestern beigesetzt, tags zuvor war sie im Haus ihrer Großeltern in Montevideo tot aufgefunden worden. Ihre 22-jährige Schwester Luisel war am 2. August während einer Modenschau in der uruguayischen Hauptstadt tot zusammengebrochen. Eine Autopsie ergab, dass sie einem Herzinfarkt erlag. Auch damals waren mangelnde Ernährung und Stress als einer der Gründe für den plötzlichen Tod genannt worden.

Nach dem Tod von Eliana Ramos hatten Medien des Landes unter Berufung auf Ärzte berichtet, die 18-Jährige sei an den Folgen von Mangelernährung gestorben. Ihr Manager sowie Kolleginnen und Freundinnen bestritten jedoch, dass sich Ramos unzureichend ernährt habe. Das Model Erika Falken sagte, Eliana sei sogar zeitweise leicht übergewichtig gewesen. Ein Richter sagte dem Online-Nachrichtendienst "Observa", Eliana sei wie ihre Schwester an einem Herzinfarkt gestorben. Bekannte der Toten erklärten, dass es sich wahrscheinlich um ein Erbleiden in der Familie handele. Aufschluss über die Todesursache soll nach Angaben der Behörden in Montevideo nun eine Autopsie bringen, die für gestern angesetzt war.

Die Gesundheit von Models ist seit einigen Monaten verstärkt ins Blickfeld der Öffentlichkeit geraten, nachdem vier brasilianische Models im Dezember offenbar an Magersucht starben. Modeschauen in Spanien und Italien untersagten inzwischen den Einsatz ultradünner Frauen auf dem Laufsteg. In Madrid wurden bei der bedeutendsten jährlichen Modeschau am Sonntag fünf von 69 Models wegen Untergewichts abgewiesen. Die Organisatoren der Fashion Week in Großbritannien lehnten es am Montag ab, Verbote auszusprechen, erklärten aber, es würden keine Frauen der Size Zero eingesetzt. Diese Konfektionsgröße entspricht einer in Deutschland nicht vorhandenen 32 - den Maßen einer Zwölfjährigen.

DPA/AP / AP / DPA